Ich bin auf dem Wasser auch ein Fan von einfacher Technik. Im Gegensatz zu modernen Motoren ist der V6er mit Kette oder Riemen auch eher einfach. Genau wie der 2.1 TD12V. Schau Dir mal die modernen Aussenborder an. Zweitakter mir Direkteinspritzung, Viertakter mit sehr viel PS. Als ich anfing, da gab´s als Viertakter fast nur den von Yamaha mit 10 PS. Ein super Motor übrigens, der selbst Stahlverdränger durch holländische Kanäle fuhr. Kurz danach war der 40 PS Viertakter von Honda eine richtige Sensation. Da ist ne Menge Technik verbaut, auch elektronisches. Und funktioniert. Heute sind viele technische Spielereien verbaut. Auf einer Bootsmesse konnte ich mal einen koreanischen Yachtdiesel anschauen. Glaube, von Hyundai, weiss nicht mehr genau. Technik und Leistung vom feinsten. Aaaaber…. der Treibstoff muss so rein sein, wie es selbst in normalen PKW´s nicht immer zur Verfügung steht. Dementsprechend ist die Filteranlage aufwendig, kompliziert und fast so teuer wie ein „normaler“ Motor. Ich erinnere mich noch. Eine Doppelanlage davon wurde in eine flache 30 m Yacht eingebaut, die dann in einer Anzeige so angepriesen wurde:
„… equipped to fish anywhere in the world“.
Na ja, selbst mit einem Lottogewinn wäre das nicht machbar.
Ich wüsste heute keinen Anbieter, der neue Innenborder mit Vergasertechnik anbietet. Die, die fahren, sind alle älter. Original oder mit neuen Köpfen.
Diesel wäre mir am liebsten. Kommt aber drauf an, was ich als Ausbauschale bekomme. Demnächst fahre ich runter und werde noch mal genau schauen.
LPG finde ich sehr interessant. Nur, Gas in Campingflaschen wäre schon sehr gefährlich. Ich kannte einen LPG Umrüster, der einige Innenborder von Sportbooten umgerüstet hat. Mit, glaube ich, 2 Tanks a 100 l. Dafür wurde der 150 l Benzintank verkleinert. Für ein Trailerboot, was man für ein Wochenende fährt, geht das immer. Man kann vorher tanken. Oder nur da fahren, wo Wassertankstellen LPG haben.
Der Verbrauch ist natürlich heftig. Man muss genau überlegen, ob man sich dieses Hobby antut. Man darf aber nicht mit dem PKW vergleichen und auf 100 km berechnen. Das Boot ist bei gleicher Drehzahl viel langsamer. Profis geben mit Kubikzentimeter pro Seemeile an. Ich sag mal jetzt in der Stunde: Ein Benziner mit einem ca. 200 PS Motor wird bei schneller Gleitfahrt so 20 bis 30 l zu sich nehmen. Dafür ist man auch flott unterwegs. Im Urlaub wird man aber selten jeden Tag mehr als eine Stunde fahren. Für 2 oder 3 Wochen ist es dann dann doch überschaubar. Eine Aussenkabine im Kreuzfahrtschiff ist viel teurer. Lange Touren im Wohnmobil verbrauchen auch was. Ganz genau kann es auch niemand ausrechnen oder vorhersagen. Mit zwei Kumpels an Bord sieht´s schon anders aus. Bei etwas heftigem Gegenwind auch. Dann hat man in der Formel die Bierkästen nicht berücksichtigt… Ich erinnere mich an ein Genussfahrt durch eine Inselgruppe, so 8 bis 9 Knoten (ca. 15 km/h). Mit dem Diesel waren es 5 bis 6 Liter die Stunde. Völlig in Ordnung.
Ich habe übrigens 2 Wiking Schlauchboote. Es gab sogar mal ein Modell mit Innenborder. Mein erstes ist ein Komet 3,80, mit 50 PS Mercury Vierzylinder Vergaser. Der Boden, der Schwachpunk dieser Konstruktion, ist leider schon undicht. Ein Austausch teuer, und das macht fast keiner mehr. Hab dann die Gelegenheit ergriffen ein nacktes Komet 4,2 gekauft. Mit neuwertigem Boden und dem Spiderrahmen. Das Ist eine Verstärkung am Boden und Spiegel. Der geht dann stabiler über Wellen und darf hinten mehr PS haben. Sitze, Tank und Trailer nehme ich vom anderen und habe ein günstiges Boot für nette Tagesausflüge. Obwohl die keinen Festrumpf haben können die mit vielen modernen Schlauchbooten von heute gut mithalten. Beim Motor überlege ich noch. Der Mercury ist schon sehr alt und ziemlich laut. Leider auch nur mit Handstart. Das ist morgens eine Quälerei… Ich fahre kein Wasserski und brauche den Schub vom Zweitakter nicht. Vielleicht wirds ein 40 oder 60 PS Viertakter. Der Verbrauch lag übrigens bei 8 bis 12 l die Stunde. Das war völlig ok.