Sich um Kopf und Kragen reden, das haben schon ganz andere hinbekommen, übrigens mangelte es ihnen nicht an Intelligenz, eher denen, die es rezeptierten in welcher Form auch immer, aber sie, also die Intelligenten, ahnten nicht, wie sie interpretiert wurden. Zuerst treten Leute auf den Plan, welche noch nie Pferde ver- oder gekauft haben, die wissen natürlich nicht, was und wie wichtig Fesseln sind und beschweren sich. Aber der Reihe nach...Nur soviel vorweg, es geht hier nicht um Episoden oder Anekdoten, sondern um Zeitgeschehen und Bewusstseinslagen.
Zum Thema Mann&Frau, Sexismus oder meetoo (mein Gott, wenn ich daran denke, wieviele mich begrabscht haben - ich schwöre, ich habe es meiner Frau immer gebeichtet. Das alles eingeklagt, es häuften sich Millionen. Aber er macht sich nichts aus Geld, wohl aber aus Wahrheit. Aber der Reihe nach...
Also vorweg drei Schlüsselerlebnisse:
Zunächst meine Deutschlehrerin Frau von Semel, die uns im vollen Saft stehenden Adoleszenten an ihrem eigenen Körper den erstrebenswerten "Goldenen Schnitt" der Griechen, i.e. die Wohlproportioniertheit des Körpers jenseits aller administrativ vorgesehenen Curricula, demonstrierte. Seitdem weiß er halt weibliche Körper in Windeseile richtig einzuordnen - soll ich mich jetzt dafür entschuldigen, oder was?
Dann eine Bar irgendwo in der Domrep, 1999, er als professioneller women-hunter unterwegs, der sich, und das ist die Pointe. aus Sex nicht viel machte, einen Brandy in einer Bar mit einem 83-jährigen jüdischen Arzt schlürfte. Der Alte überbewertete sein Leben lang einen Juckreiz knapp unterhalb der Gürtellinie, auf seine alten Tage, wie er mir beichtete, wolle er nur noch fummeln, ein Verzicht darauf triebe ihn in den Wahnsinn. Geboren in Wien, dann Straßburg, weiter geflohen vor den Nazis in die USA, vor deren Prüderie davongerannt nach St. Juan, als den Männern auch dort die Hosen runtergelassen wurden, ab in die Domrep. Damals nahm ich mir vor, dem Matriachat erst gar nicht entfliehen zu wollen, ok, könnte eine Verschwörungtheorie sein, aber zumindest Frauen sind überall, was ich sagen will, also die Frauen müssen geil auf mich sein, umgekehrt führt es ins Verderben.
Dann Agadir 2003, ich war immér noch unterwegs als Tramp - bitte kein "u", in Sachen weiblich und goldener Schnitt. Wir schauten zu Dritt auf den Atlantik. Der eine ein Ire, der andere Engländer, der einmal auf auf 250 qm in Manhatten gelebt hatte. Seine Knete nutzte ihm damals gar nichts, er war voll im Arsch, jede Nacht ein jahr lang eine Flasche Whiskey. Irgendwie kam er davon los. Auf jeden Fall diesem Typ, eröffnete ich, warum ich nicht auf eine im Atlantik untergehende Sonne, noch auf das, was ich gerade mit ihm und seinem Freund besprach, konzentriert war, sondern in jeder Sekunde einzig auf eine Sache wirklich achtete, nämlich, ob nicht, und es wurde mir damals in dieser einen Sekunde vergegenwärtig, weil mir das Bild einer Sängerin auf dem Cover einer Schallplatte, die ich bei meiner Tante vor Jahrzehnten gesehen hatte, eine Dolly Parton, nicht in strohblond, dafür fehlten mir einige Millionen, vorbekäme. Dieser "Englishman in New York" (Sting) hat es verstanden - er wiederholte im Grunde meinen gelöschten Eintrag.
Mit "Sexismus" hat das alles überhaupt nichts zu tun, sondern vielmehr mit der Demontage des Mannes. Begann in, wo sonst, den USA mit den "Surpremes" und ihrem unsäglichen "Dirty old man", dann folgte der Frauenheld, ja, die Widersprüchlichkeit fällt der holden Weiblichkeit leichterhand in den Schoß, Clint Eastwood, in Form des "Dirty Harry".
Ich will es nicht in jeder Einzelheit ausführen, spätestens als Väter nicht mehr "Papa", sondern mit ihrem Vornamen gerufen wurden, produzierten sie Forumsteilnehmer wie in diesem Citroenbereich, ohne Zweifel klug und tolerant, aber leider total vernebelt, weibische Redensarten wie "geht gar nicht" gedankenlos übernehmen oder gar Länder loben, die mit der Coronakrise besonders gut fertig geworden sind und alle von "Kanzlerinnen" geführt werden, aber dabei völlig vergessen, dass wir außer in den katholisch geprägten Ländern Spanien, Italien und Frankreich im europäischen Westeuropa und in anderen "aufgeklärten" wie fernen Ländern, längst ein Matriachat haben.
In Feuerland, heute nicht mehr, aber noch vor 100 Jahren, da war die Frauenherrschaft berechtigt, denn nur sie konnten mit Robbenöl eingefettet im Eiswasser drei Minuten nach Fischen tauchen, ja, Frauen sind mutiger und belastbarer - aber in unserem Kulturkreis? Solange wir schneller über 100 m laufen, sei ihnen das Wahlrecht gegönnt, aber doch keine Gleichstellung. Marlene Dietrich, wahrlich eine selbstbewusste Frau und meine Deutschlehrerin brandzeichneten diese Überzeugung in mir.
PS: Ich habe es noch so gelernt - Wenn sich in Deutschland zwei Herren begegnen dann sagen sie "Guten Tag" - und der andere auch "Guten Tag". Auf Englsch lief das früher (heute nicht mehr) so ab: "How do you do." (ohne Fragezeichen, weil, das ist keine Frage) und der andere ließ sich nichts anmerken und antwortete ebenfalls in völliger Unverbindlichkeit - "How do you do".
Das will er denn doch den letzten wahren Männern mit auf den Weg geben, Placido Domingo und Giscard d'Estaing, kommen sie euch blöd mit "Meetoo" so beantwortet ihr modernes "Hallo" wie weiland die Gentlemen ebenfalls mit "Meetoo". Auge um Auge, Zahn um Zahn!
Ein letztes Wort - er meetoot ständig, weil es ist doch schrecklich in unserem Kulturkreis, dass auf der Straße nie etwas meetoot. Also, die schärfste, nein das ist zwar nicht sexistisch, aber eine unzutreffende Beschreibung, die schönste Braut in unserm Veedel hat sich einen himmelhellblauen VW Oldtimerkäfer zugelegt. Jetzt zwinkern wir uns zwar schon seit längerem zu, und beim Joggen haben wir auch schon gesmalltalkt, aber sonst hat weder sie mir, noch ich ihr meetoot. Aber in den letzten drei Tagen habe ich meinen XM morgens ständig um eine Wagenposition näher an ihren Käfer geschoben. Seit heute stehen sie hintereinander, eine wahrlich selten romantische Annäherung.
Wenn ich sie das nächste Mal sehe, ist mit Zwinkern Feierabend, und es wird gemeetoot.