Da Uli und Roland mit schönen Beispielen vorgelegt haben, hier meine Variante des modifizierten SCINTEX :
Bedingungen :
1. Originalgehäuse, identische Anschlüsse (Pin Kompatibilität)
2. Schaltleistung min. 30W für 2x15W Leuchtmittel
3. Warnblinker integriert und unabhängig vom Schaltzustand des Blinkerschalters aktivierbar.
4. Separate Kontrollleuchten, jeweilig für Warnblinker und Blinker.
5. Teilekosten (exkl. SCINTEX unter 25€)
Teileliste :
1. SCINTEX Minuterie
2. Blinkgeber, entweder von Ebay, sogenannter "150W Flasher", getestet mit 30W / 5.5-7V
https://www.ebay.de/itm/Blinker-Relais-für-LED-Lampe-Flasher-Blinkrelais-6V-12V-2-pin-15A-Deutsche-Post/164163022371?ssPageName=STRK%3AMEBIDX%3AIT&_trksid=p2057872.m2749.l2649
oder Hashiru Blinkgeber von Polo, getestet mit 60W /5-7,5V
https://www.polo-motorrad.de/de/led-blinkrelais-5-16v-0-1-90w-10-amp-194363.html?utm_source=awin&utm_medium=affiliate&utm_campaign=376257&awc=11475_1591880284_34b192e5fd002b92f2df6f9703debbb7
Beim EBAY Blinkgeber muss man die Platine aus dem Gehäuse bauen und statt der Flachkontakte 2 Kabel verlöten. Auch empfiehlt sich eine Isolation, z.B. Schrumpfschlauch.
2. Umschalter 3xUM, Reichelt, wird dort als MS 500M Kippschalter 6A-125VAC, 3x Ein-Ein geführt
https://www.reichelt.de/kippschalter-6a-125vac-3x-ein-ein-ms-500m-p13170.html
3. Hi-Power LED 1-3W max. Strom ca 700mA,120°-140°: 1x Rot 2xGrün.
https://www.ebay.de/itm/Hi-Power-LED-1W-3W-Weiß-Neutral-Warm-Kaltweiß-Blau-Royalblau-Rot-Tiefrot-Grün/131774612575?ssPageName=STRK%3AMEBIDX%3AIT&var=431146862774&_trksid=p2057872.m2749.l2649
Obwohl man die Leistung nicht benötigt, sind diese LED selbst ohne Kühlkörper mit bis zu 70mA Strom schon sehr hell, betriebssicher und bieten 120-140° Abstrahlwinkel mit einer Linse, die sich gut ins Bakelitgehäuse einkleben lässt. Mit Anschlußfahnen auch mit einfachen Lötkolben leicht zu löten.
4. Metallfilm/Metalloxydwiderstand, beim obigen LED Typ 80-120Ω, 1W besser 2W Ausführung. Achtung: Der Vorwiderstand hängt stark vom verwendeten LED Typ ab.
5. Ca. 0.5m bunte Kabel, min.0.25mm², besser 0.5mm² Silikonkabel .
Schaltplan:
Hoffentlich selbsterklärend: Die unterschiedlichen Kabelfarben erleichtern den Zusammenbau, insbesondere beim Löten des Schalters kommt man schon durcheinander.
Ausräumen:
Komplette Minuterie: Das Meiste wird entfernt. Der Mittelrahmen bekommt unten rechts (von vorne gesehen) noch ein Loch für den Warnblinkschalter (so dass dieser im Idealfall an der rechten Wand anliegt ) und wird dann weggelegt. Übrigens: Die Bleche bzw. deren Reste lassen sich hervorragend löten, selbst für Laien kein Problem.
Noch nicht genug entfernt: Um Platz zu schaffen und Kurzschlüsse zu vermeiden, werden alle kupferfarbenen Sektionen entfernt. Die Löcher für die LED (Im Durchmesser der LED Linsen) werden vorgebohrt. Unsichtbar: Das Loch der roten LED. Dieses wird, so weit wie möglich, nach oben versetzt, damit die LED den transparent roten Dom auf der Vorderseite des Schalters ausleuchtet. Ganz geschickte lösen den Dom und bringen die LED in ihm unter, was für eine gleichmäßigere Ausleuchtung während des Warnblinkens sorgt. Die grünen LED sind so hell, dass diese beim Blinken für eine grüne "Blinkaura" auch hinterm Montageblech sorgen.
Anprobe:
Hier wird die spätere Montage festgelegt. Der Schalter muss (v.hinten gesehen) links sitzen, da er rechts dem Massepunkt im Weg wäre und mittig dem Verbindungspfosten vom Pluspol. Außerdem entfällt die durchgehende Schraube, welche Vorder- und Rückseite und Rahmen fixiert. Die gezeigte Blinkgeberplatine wird noch kpl. gedreht, da man so Probleme mit der Isolierung aus dem Weg geht und im Idealfall den Powermosfet mittels Wärmeleitkleber und die Unterseite des Gehäuses kleben kann. Bakelit ist ein erstaunlicher Kühlkörper. Bei Montage des Hashiru Blinkgebers muß man den beklemmenden Massepfosten nach oben verbiegen.
Endmontage:
Zunächst werden die LED verlötet (vorher die Kathode von hinten mit Edding markieren) und mit Epoxy eingeklebt. Und es ist gut zu wissen, dass die silberfarbene Kühlfläche dieser LED leitet und je nach Typ zuweilen mit A oder K verbunden ist. Da lohnt Isolation. Ebenso werden die Kabel mit Epoxy fixiert. (Vibrationen). Wichtig ist, dass man die Kabel vom Drehbereich des Schaltereingriffs (silbern) fernhält. Nicht voreilig kürzen, sehr kurz sieht zwar besser aus, erschwert aber die Montage von Rückseitenplatte und Schalter. Auch letzterer zeigt deutlich, warum verschiedenfarbige Kabel verwendet wurde. Die gezeigten sind zwar sehr dünn für bis zu 5A, aber bei kurzen Leitungslängen und unterbrochenem Betrieb imo vertretbar. Vorsichtige nehmen aber flexibles 0.5mm² Silikonkabel, alles Andere ist immer irgendwie, irgendwo im Weg.
Hat man den verlöteten Schalter im Mittelrahmen fixiert, müssen die verbleibenden 5 Kabel mit der Rückseite, dem eigentlichen Blinkerschalter, verlötet werden. Gut, dass man diese Kabel lang genug gelassen hat. Das zweite schwarze Kabel hätte man im vorderen Teil des Schalters belassen können. So aber, braucht man nur Rot und Schwarz hinten abzulöten und kann den Blinkgeber bei Bedarf schnell tauschen. Beim Zusammenklappen darauf achten, dass die Kabel zur Rückseite im unteren Teil des SCINTEX Gehäuses verbleiben.
Fertig ! Auf der Vorderseite des Schalters kann man die Linsen der grünen LED hervorlugen sehen, die rote verbirgt sich zur Hälfte unter dem Schalterdom. (Besser sie wäre da komplett versenkt) Der Massepunkt sitzt ebenfalls vorne, wie im Original. Deutlich wird auch, dass man nur links den originalen Sitz der langen Schraube verwenden kann, welche die Gehäuseteile miteinander fixiert. Rechts ist der Korpus des Warnblinkschalters im Weg. Als Ersatz wird eine lange Schraube (das Original) oben rechts, an Stelle eines ausgebohrten, unnötigen Pfostens eingesetzt. Auf der Rückseitenplatte ( hier links oben mit Pfeil markiert) muß dafür noch ein Loch gebohrt werden. Ferner findet sich auf der Rückseitenplatte der Pluspol + in originaler Position. In dessen Verlängerung steckt innen ein (weiter oben abgebildete) Stehbolzen, der die vordere Platte zusätzlich fixiert. An den mit R und L bezeichneten Pfosten werden, wie im Original auch, die Kabelösen zu den Blinkern verschraubt. Nicht sehr elegant, ebenfalls zwei Crimpösen, deren Kabel zu den internen R (Blau) und L (Gelb) Pfosten geführt werden. Leider erforderlich, denn an die inneren (Außen) Kontakte des Blinkerschalters kann man nichts löten, es sind nur zwei Niethülsen als Sitz der Kontaktkugel.
Video:
Die neu erwachte Minuterie hat den mehrstündigen Test schadensfrei überstanden. Im Warnblinkbetrieb erwärmt sich das Gehäuse mit dem EBAY Blinkgeber. Aber das ist kein Problem. Ohne angeschlossene Last glimmen die Indikator LED nach und bieten so eine (etwas eingeschränkte) Funktionskontrolle. Die Blinkfrequenz ändert sich auch bei schwankender Batteriespannung kaum merklich. Deutlich kühler lebt das teurere Hashiru Blinkrelais, welches auch 60W verträgt, indes mit niedrigerer Blinkfrequenz.
Fazit: Ein paar Euro und 3h Bastelspaß, dann blinkt der Vogel wieder korrekt.