Die wenigsten mögen es – außer vielleicht einer Handvoll Selbstoptimierer – wenn man ihnen erklärt, wie sie ticken. Deshalb lasse ich diesen psychologischen Aufklärungsanspruch, um etwas zu tun, was den Leuten noch viel weniger gefällt – ihnen das Leben da draußen, in Zeiten von Corona zu deuten.
Bis ans Ende aller Tage sich zu ereifern, über Masken, die verrutschen und Begegnungen mit Unterschichtenkindern, die einen aus 1,49 cm in Baumärkten ansprechen, denen man dann aber éinen unvergesslichen Marsch bläst, wenn dann das wiederholte beidfüßige Hineinplatschen in diese tristen Profanitätspfützen noch einige Wochen mit wohlwollenden solidarischen choralen Schnappatmungen seine Gruppendynamik steigert, bis es final mit dem Bericht über ein "Rüberbraten einer Dachlatte" seinen humorvollen Höhepunkt erreichen(t) (gehabt haben) wird, dann fürchte ich, hat man zwar so ein Gefühl, die "Neue Realität" begriffen zu haben -
Das täuscht.
Eine weitere Covid Expertise vernachlässigen wir ebenso, wie dieses unsägliche, öffentliche, unaufhörliche „Meinen“ (anstatt eine Meinung, oder gar Wissen zu haben).
Die Krise der letzten Monate, ausgelöst duch einen Virus, wird uns nicht nur unvergesslich im Gedächtnis bleiben als Episode, sondern in diesen Tagen geht etwas unweigerlich zu Ende, was 200 Jahre währte und wütete, uns Sonnenkindern aber jede Menge Spaß gebracht hat, der Kapitalismus.
Ein heute 35-jähriger kennt nichts anderes, als das letzte fürchterliche Aufbäumen dieses Ungeheuers in seiner entfesselten Turbofinanzvariante.
Gleich, ob ein Impfstoff oder die ungeheuren Geldmengen, nun erstmals zum Wohle der Allgemeinheit aufgerufen, alte gewohnte Verhältnisse wieder aufbauen, nur eine Ecke weiter wartet der Klimawandel, und schon bricht das System von ewiger Produktionssteigerung und Gewinnmaximierung wieder in sich zusammen.
Was aber genau ist der Wesenskern der neuen Ordnung?