Karosseriedichtmasse zum Überlackieren gibt es von verschiedenen Herstellern, z.B. SIKA oder Berka (oder so ähnlich), im Kfz-Fachhandel.
Zur Phosphorsäure:
Die Säure reagiert mit Eisenoxid zu Eisenphosphat. Sie wird als 25%-Säure verkauft. Sie ist schwer und dickflüssig.
Die Behandlung mit Säure ersetzt nicht das mechanische Entfernen dicker Rostschichten, sondern ergänzt sie. Also auch in unzugänglichen Ecken soviel wie möglich mechanisch entfernen, z.B. mit Schraubenzieher.
Vor jedem Lackieren schafft das Phosphatieren eine rostfreie, rostschützende und haftvermittelnde Oberfläche.
Mechanisch nicht entrostbare Stellen oder tiefe Narben, bei denen nach dem Abschleifen nicht mehr viel Blech übrig wäre:
Verdünnung ca. 1:0,5 bis 1:1 mit Wasser, wenig (!) Geschirrspülmittel als Netzmittel zugeben, Rostfläche tränken (wenn die Mischung abperlt und nicht gleichmäßig netzt, wars zu wenig Spülmittel oder zuviel Fett oder Öl auf dem verrosteten Blech), Lappen tränken, mehrmals gefaltet auflegen, ca. 24h warten, dann die entstandenen schwarzen und weißen Krusten und angetrocknete Reste mit Wasser, dem ein kleiner Schuss Säure beigegeben ist, abwaschen (ist mühsam; ohne den ganz geringen Säureanteil lösen sich die Krusten nicht. Bei dickeren Krusten hilt nach dem Einweichen ein Spachtel). Zurück bleibt eine mattgraue Oberfläche, die, wenn sie trocken ist, direkt grundiert werden kann. Wenn sie sich deutlich klebrig anfühlt, muss mit Wasser mit einem deutlich kleineren Schuss Säure nachgewaschen werden.
Reparaturbleche, entlackte und/oder geschliffene Belche: Säure 1:1,5 bis 1:2, möglicherweise noch mehr, mit Wasser verdünnen, Netzmittel dazu, Bleche satt nässen, durch erneutes Abwischen feucht halten. Kleinteile können eingelegt werden. Bei Blechen, die bereits ein wenig Rost angesetzt haben, sieht man die Reaktion sofort. Deutlich sichtbarer Flugrost wird regelrecht abgerieben wie ein hartnäckiger Fleck. Nach wenigen Stunden kann die Säure mit Wasser mit einem kleinen Schuss Säure abgewaschen werden.
Wenn die eigentlich graue Oberfläche leicht in Regenbogenfarben schillert, ist das o.k.
Fertig phosphatierte Bleche kann man eine Zeitlang liegen lassen, aber nur trocken!
Ich habe vor 14 Jahren die Schürze des DS repariert, durch Rost vergrößerte Schraubenlöcher zugeschweißt. Die Schweißpunkt-Kraterlandschaft konnte ich wegen des von der Außenseite gesehen vertieft liegenden Lochs nicht glatt schleifen. Schweißstellen und das restliche Blech behandelte ich wie oben beschrieben. Nach über 10 Jahren stand wegen mechanischer Lackschäden eine Neulackierung des Teils an. Zum Nachsehen entfernte ich den intakten Lack an den geschweißten Stellen. Das Metall war im selben Zustand wie unmittelbar vor der 1. Lackierung. Wenn man bedenkt, dass solche Teile früher, als DS aktuell waren, manchmal schon nach 6 Jahren durch Rost zerstört waren, ist das keine schlechte Bilanz.
Keine Lackierung ohne Phosphatierung!
Alternativ kann eine Reaktionsgrundierung verwendet werden, wie die Profis sie verwenden. Hier kann ich aber den Erfolg der Flugrostbekämpfung nicht kontrollieren. Für nicht bzw. fast nicht sichtbaren Flugrostbefall reicht der Säureanteil aber sicherlich aus.
Denkt dran: Ihr habt die Schleifmaschine noch nicht abgelegt, da hat der neue Rost am eben geschliffenen Blech schon wieder zu nagen angefangen.
Dramtisch ist diese Situation bei gestrahlten Blechen, weil sich durch das Strahlen die Metalloberfläche vervielfacht. Phosphatierung bzw. Reaktionsgrundierung ist hier noch wichtiger.
Die jüngeren Grundierungen haben kaum Rostschutzpotential; mit den früheren, guten, haben sich wohl zu viele Lackerer vergiftet, weil sie selbst primitivste Schutzmaßnahmen nicht anwendeten.
Noch was wichtiges:
das hohlraumreichste Fahrzeug der Geschichte hat die schlechteste Konservierung abbekommen, nämlich gar keine. Das in alten Prospekten und neuen Büchern dargestellte Kataphorese-Tauchbad zum Grundieren ist wohl nur am Fotomodell ausprobiert worden.
Ein Freund von mir verwendete HY-Häuser als Lagerschuppen und trennte sie dafür auf. In den Hohlräumen grinste einen nacktes Blech an, welches ohne die zum Auswalzen aufgebrachte Fettschicht wohl schon weggerostet wäre.
Deswegen: investiert in eine richtig gute Hohlraumkonservierung, und hierfür gibt es nur und ausschließlich Fett. Entweder Mönnich aus Rastede oder Mike Sander.
Die Behandlung kostet einen 4-stelligen Eurobetrag, der aber bestens angelegt ist. Besser als mit dieser Investiotion kann man gar nicht sparen. Weitere Rostbekämpfungsaktionen vermeidet sie zwar nicht, weil Rost aus Stellen quillt, an denen mehrere Bleche übereinander geschweißt sind, ohne einen konservierbaren Hohlraum zu bilden. Hier geht die Arbeit also nicht aus, aber es bleibt überschaubar.
Wenn man, wie ich, nach 10 - 12 Jahren mal wieder eine Entrostungsaktion an einigen wenigen Stellen starten muss, finde ich das durchaus in Ordnung.