Hallo,
das Thema Diagnose ist komplizierter als ein SM. Es gibt im Wesentlichen:
• Generation 0: Allgemeine elektronische Messgeräte (Multimeter, Oszilloskop), die eine große Fachkenntnis erfordern und natürlich nicht viele Signale gleichzeitig lesen können und schon gar nicht Fehlerspeicher auslesen.
• Citroën Elit (ab 1989) und das baugleiche Peugeot TEP92 sind Geräte mit kleinem Bildschirm und ein paar Tasten. Sie haben keinen Akku, sondern werden von der Fahrzeugbatterie versorgt. Über schätzungsweise 2.500 unterschiedliche Kabel und Adapter lässt sich praktisch alles prüfen. Manche Steuergeräte im Auto haben eigene Diagnosebuchsen, ansonsten gibt es Zwischenstecker. Eine Übersicht über die Kabel und Adapter habe ich bislang nicht gefunden (bin stark interessiert). Wie von @schwinge erwähnt, haben "neuere" Autos (also ab Xantia X1 und XM Y4) eine Diagnosebuchse, über die man mit nur einem Kabel praktisch alles auslesen kann. Das Elit ist so klein, dass man es sehr gut während der Fahrt benutzen kann, um "Live"-Werte zu sehen. Elit ist bei Citroën/Peugeot die erste Generation von umfassenden Diagnosegeräten. Im Elit steckt ein Modul ("Cassette") mit der Software. Die letzte Version ist CD20.1 (Citroën) bzw. CD 98.4 (Peugeot). Mit CD13 kann man alle Xantia außer HDI auslesen. Für den HDI ist CD17 nötig.
• Stationäre Geräte mit größeren Bildschirm, zum Beispiel Proxia. Das ist letztlich ein normaler PC, der in ein spezielles Gehäuse gebaut wurde und der spezielle Software hat, einschließlich einem speziellen BIOS, was Reparaturen (z.B. Festplatte ersetzen) praktisch unmöglich macht. Optional gab es dazu einen Drucker, sodass man die Diagnosedaten ausdrucken konnte. Meines Erachtens ist eine Proxia-Station nur für Sammler interessant und nicht zum Benutzen. Welche Adapter und Kabel es gab, weiß ich nicht. Ich meine, es gab einen Nachfolger unter dem Namen Lexia.
• Software, die auf einem normalen PC/Laptop läuft. Zum Anschluss an das Auto gibt es einen Adapter (VCI, Vehicle Communication Interface), der auf der einen Seite einen USB-Stecker hat und auf der anderen Seite ein Kabel zum Auto. Es gibt mindestens das 30-polige Kabel für X1 & Y4 und das OBD2-Kabel für X2 und neuere Autos. Die Programme hießen zunächst Lexia (Citroën) und Planet Peugeot 2000 (PP). Beide wurden abgelöst von Diagbox (welche für bestimmte Funktionen Lexia und PP enthält). Für Lexia/PP benötigt man ein 32-Bit-Windows, für Diagbox sollte man auch ein solches benutzen, um alle Funktionen zu haben. Experte in Sachen Diagbox ist @cit-rotti.
Lexia/Diagbox ist mit Abstand die kostengünstigste Variante. Die Schwierigkeit besteht darin, ein Nachbau-VCI zu finden, das alle Funktionen abdeckt. Das sind die Fragen hier im Forum "Ich kann beim C5 alles auslesen, bis auf die Federung." Oder man kauft für viel Geld ein originales VCI.
Grüße
Andreas