Das ist Teil der Privatwirtschaft. Alle Bürger (hier sind Firmen mitgedacht) sind rechtlich gleichrangig, und wer nicht will, muss mit anderen keinen Vertrag abschliessen. Ausnahmen gibts nur ganz wenige.
Du Weisst aber dennoch selber, dass der Nazivergleich dennoch schlicht Blödsinn ist, und im Kern mit den Coronamassnahmen nichts zu tun hat. Da gehts ums verächtlich machen des demokratischen Staates, der mit den Pandemiebedingt "undemokratischen" Massnahmen halt nur gerade ein hervorragendes Ziel abgibt. Man hofft in rechtsextremen Kreisen schon lange auf solche Schwächemomente der Demokratie, und entsprechend gewagt wird dann gegen den - immer noch - Rechtsstaat drauflos scheinargumentiert. Corona und die Massnahmen dagegen bieten da nur den äusseren Anlass.
Die Covid-Massnahmen bieten übrigens nicht mehr sehr lange Gelegenheit dazu, wirklich frei diskutiert zu werden. Die Gegner sollten sich also mit ihren Fragwürdigen bis geschmacklosen Vergleichen beeilen. Wenn nämlich die um fast die Hälfte ansteckendere GB-Variante erstmal dominiert, wird es nicht leichter, gegen Covid-Massnahmen anzugehen, wenn man keine besseren Argumente hat als Jana aus Kassel, die Schmalspur-Scholl.
Kurz: Lebensmittel wird man immer kaufen können. Allenfalls halt nicht mehr an jeder Ecke, sollte es so kommen, dass Ungeimpfte Hausverbot bekommen. Zumal ausserdem jeder grössere Anbieter von Lebensmitteln und Alltagsbedarf auch einen Lieferdienst anbietet.
Das Problem könnte ein anderes werden: Man könnte als Angestellter für den Arbeitgeber (so ziehmlich jeden Arbeitgeber) unattraktiv werden, wenn man ohne zwingenden Grund nicht geimpft ist. Man fällt bei Covid-Verdacht dann nicht nur 2 Tage oder so aus, wie es im doofen Fall nach einer Impfung passierte, sondern eben länger, und ist dann ja auch nicht sicher vor long-covid.
Das Problem wird nicht das des Arbeitgebers sein. Der nimmt dann halt lieber geimpfte... wobei noch gar nicht sicher ist, ob er danach fragen darf. Vermutlich nicht. Man wird aber Mittel und Wege finden, sich abzusichern. Wenn man beispielsweise die Impfung betriebsintern kostenlos zur Verfügung stellt, kann ja wohl nebenbei auffallen, wer partout nie hingeht... lässt sich kaum vermeiden.
Ich hab mich schon für die Impfung angemeldet. Empörung ist was mich angeht, eine haltlose Unterstellung. Mich empört was anderes: Wir haben erstmals in der Menschheitsgeschichte Mittel, die uns erlauben eine Pandemie mit mehr als nur Abstand und Abschottung zu bekämpfen, und schon wird Wind dagegen gemacht, und man wähnt sich im Widerstand.
Das ist es, was mich empört.
Dass einem kein Brot mehr verkauft würde, ist zudem eine unhaltbare Annahme. Man kann sich das liefern lassen, und bekommt es dann jedenfalls, da persönlicher Kontakt nicht notwendig. Und es wird auch unter Bäckern Impfgegner geben. Also viel heisse Luft und nichts dahinter, bei solchen Behauptungen.
Ein Problem ist, gar nicht mehr in die Kneipe zu können, weil - eben mangels Impfung - die aus der Not heraus alle zu bleiben müssen.
Einmal genug Impfstoff vorausgesetzt, hab ich wirklich kein Problem damit, wenn der Wirt nur geimpfte reinlässt. Er hat das Hausrecht. Er darf halt nur denen den Zutritt nicht verweigern, die sich gar nicht impfen lassen können - etwa aus gesundheitlichen Gründen. Das wäre diskriminierend, denn die sind ja unfreiwillig ungeimpft. In einer Gaststube, wo sonst nur geimpfte sind, aber dann auch nicht das grosse Problem.