Ich setze immer noch darauf, dass man irgendwann doch erkennt, dass AKW zu teuer sind. Dann ist das Thema sehr schnell keins mehr, abgesehen von Atommüllagern.
In CH werfen gerade die nicht ganz so erdbebensicheren Notstromdiesel im ältesten noch betriebenen AKW so grosse Wellen, dass man wohl nie wieder an AKW denken kann, wenns um künftigen Strombedarf geht. Das war hier auch schon mal Thema, beschäftigt jetzt die das ENSI und wird vermutlich auch politisch Folgen haben.
Jedenfalls: Der AKW-Betreibergilde kann man offensichtlich nicht trauen. Ganz von den Gefahren der Technik an sich abgesehen. Die Kombination ist tödlich für die ganze Branche. Erst recht, wenns weniger gefährliche Alternativen gibt, die keinen Treibstoff brauchen und auf Dauer auch noch billiger sind.
Wo dann die Sonnen- oder Windenergie herkommen wird, ist eine politische und organisatorische Frage. Notfalls stellt man halt Wind- oder Solarparks irgendwo in die Sahara oder Takla Makan, und baut Hochspannungsleitungen bis dahin, wo es Wasser genug gibt, um H2 draus zu machen. Den kann man dann auch nach Schweden exportieren. Schlimmer, als den Saudis ihre Extremisten zu finanzieren, wird das auch nicht werden. Nur halt anders, und immer noch flexibler, weil es Sonne an mehr Standorten gibt als Ölvorkommen.
Dass Erdöl auch ein billiger und notwendiger Grundstoff für die Petrochemie ist, stimmt. Was nicht ganz stimmt, ist, dass der nicht ersetzbar ist. Wenn man unbedingt will und der (Energie-)Aufwand keine Rolle spielt, kann man solche Kohlenwasserstoffe auch aus biologischen Quellen herstellen oder aus Kunststoffabfall zurückgewinnen. Das würde allerdings die daraus hergestellten Kunststoffe zu einem teuren Zeug machen. Und den Energibedarf in Zukunft dann sicher nicht senken.
Wie man es auch machen wird: Unserer Wirtschaft (und das global) steht ein grundlegender Umbau bevor, von einer Ölbasierten auf eine im weitesten Sinn Solarbasierte Wirtschaft, was erstmal, aber langfristig nicht unbedingt nur, die Energiewirtschaft meint. Fürs Stromnetz wird das die komplette Umstelllung auf erneuerbare Energien bringen, eingeschlossen Akkupuffer und Wasserstoff als teure Notreserve.
Für den Verkehr wird sich ein Mix ergeben. Wer kann, wird Akkus nutzen, weil wohl einfach am billigsten. Wo das zu schwer wird oder das Laden zu lange dauert, wird man künftig auf vergleichsweise teuren Wasserstoff, oder wo Gas nicht geht, auf noch teurere synthetische Biotreibstoffe ausweichen müssen. Vieles wird da der Markt regeln, und es werden auf einmal Sachen möglich sein, die heute noch kategorisch abgelehnt werden. Etwa Ackerschlepper mit Wechselakku oder mit, je nach Gegebenheit, Biogas-Antrieb. Hängt letztlich nur von den Preisen fossiler Brennstoffe, dem politischen Willen und der daraus folgenden technologischen Entwicklung ab.
Europa ist gerade dabei, das ein weiteres Mal zu verpennen. - China wirds richten. Aber nicht für Europa.