... könnte für Außenstehendeund HY-Newbies hier ein wenig an die Eiferer des Mittelalters erinnern. Wollen wir das? ;-)
=> Nehmen wir uns ein wenig Zeit zum Faktencheck. Der HY ist es mir wert:
Hier mal ein zeitgenössischer HY-Marktwagen, wie er von div. speziellen Firmen (von Citroen autorisiert ???) zahlreich auf den Märkten überall in Frankreich und Belgien usw. vorzufinden war.
Aus marktpraktischen Gründen musste die Verkaufsklappe rechts eingesetzt werden. Die Schiebetür und sämtliche Hutprofile = alles irgendwie versteifende Material wurden beherzt rausgetrennt. Die Türaufnahmesäule war zwar ihrer ursprünglichen Funktion beraubt, aber nicht im Weg und durfte deshalb stehenbleiben. Hält den Bereich immerhin noch etwas steifer als ohne. GUT finde ich das alles nicht - war aber gängige Praxis.
Von innen wurde ein recht stabiler Rahmen eingeschweisst. Der musste was aushalten, denn die Klappen waren schwer und durch den (genialen) Einhebel-Öffnungsmechanismus ziemlich punktuell belastet.
Diese Fahrzeuge wurden meist bis zum letzten Einsatz zunehmend weniger gewartet und haben trotzdem sehr lange durchgehalten, weil der HY (und Peugeot J7 usw.) in den allermeisten Dorfwerkstätten gut bekannt war.
Warum das so war? Der HY ist immer ein NUTZFAHRZEUG gewesen.
Was ist heute anders? Der HY ist zum Kultmobil verklärt worden; hat sich zum hochpreisigen Oldtimer entwickelt. Das Thema könnte sich auch mit "Heiligs Blechle" überschreiben lassen.
Welche Probleme sollte der heutige Nutzer kennen? Es ist nicht nur die attraktive Form allein: Um zuverlässig zu sein (und zu bleiben), braucht's kompetente Wartung. Und die kann heute eben NICHT mehr jede Dorfwerkstatt erledigen. Weil die Technik, die vor Jahrzehnten allseits bekannt war, heute nur noch Spezilisten drauf haben - und die sind selten = nicht überall verfügbar. Leser dieses Forums wissen das - HY-Newbies oft nicht ...
Behauptung: Der HY ist nix für Selberschrauber mit einfachen Grundkenntnissen. Man muss also bereit sein, neben Crêpes auch noch den (eigenorganisierten) Speziallehrgang Citroen-HY zu absolvieren - und die Zeit, den Platz, das Geld und die Lust dafür zu haben. Und einen sicheren, gut belüfteten, trockenen Platz zum Unterstellen. Wenn der irgendwo in einer dunklen Ecke abgestellt wird, kann man ihm beim Kompostieren zusehen ( ist aber trotzdem nicht das Bio was alle wollen).
Diese Voraussetzungen erfüllt nicht jede/r und will auch nicht Jede/r erfüllen. Wer das nicht hat / will, sollte dringend die Finger vom HY lassen.
Behauptung: Auch, wenn der HY von kompetenter Hand ordentlich aufbereitet worden ist, wird er garantiert immer mal wieder zwischendurch den auf HY eingearbeiteten Schrauber brauchen - sonst wird das schwierig mit der Zuverläsigkeit im Markteinsatz. Das nervt. Das stresst. Das braucht niemand.
Was hier immer wieder kolportiert wird - und ich für Quatsch halte: "Die meisten Markt-HYs sind aufgehübschte Schrottis kurz vor dem endgültigen Zusammenbruch." Das war bis vor ein paar Jahren so. Jetzt sehe ich immer mehr wirklich ordentl. gemachte Fahrzeuge - allerdings leider öfter mit (das sehe ich auch so) unsensibel reingewürgten Verkaufsklappen. Trotzdem wirkt die Substanz zunehmen besser.
Auch in dieser Verkürzung Blödsinn: "Da muss man /frau viele Cêpes für backen, bis sich das wieder drin ist." Auch wer sich einen andren Marktwagen oder Marktanhänger kauft, muss für ein gutes, sauberes, ordentliches Teil viel Geld ausgeben. Das ist eine Frage der Gesamtkalkulation und Planung über mehrere Jahre. Und ein HY kostet Zuschlag und bringt Sympathie = evtl. Marktvorteil.
Um jetzt zu einem versöhnlichen Ende zu kommen: NEIN, der HY ist NICHT HEILIG - auch wenn bei der Lektüre mancher Beiträge hier der Eindruck entstehen könnte - aber bitte geht sensibel mit den letzten guten Original-Exemplaren um.
Das betrifft auch die Lackierung. Wenn wirklich noch einer der superseltenen metallicgrauen (AC109) HYs mit erhaltenswürdiger Patina auftauchen sollt: Malt ihn BITTE nicht anders an. Das ist wirklich irreversibel. Trotzdem: Jeder kann manchen, was er will - nur sollte er/sie wissen, was er/sie tun.
In diesem Sinne ...
FIN ENDE AUS