Und ich halte es für unverantwortlich, die Pandemie auf Angstmacherei und Paranoia herunterzureden, und mit Vollgas in die Dritte Welle zu rasen.
Es sind dann nicht mehr die Allerältesten, die in der Klinik landen werden, aber die Risikogruppe der >65 jährigen ist gross. So gross, dass es noch bis zum Sommer dauern wird, bis die alle auch nur ein Impfangebot bekommen werden. Der Rest, also alles, was nicht Risikogruppe ist, ist danach immer noch gross genug, um mit dem, was an schweren Fällen zu erwarten ist, auch ohne Long covid die Kliniken und die Krematorien heillos zu überlasten, wenn mans einfach laufen lässt.
Man muss Lauterbach also gar nicht mögen, um ihn einigermassen ernst zu nehmen. Er hats gar nicht nötig, seine Hiobsbotschaften zu verbreiten. Er könnte auch einfach nur arbeiten und nichts sagen, und warten, bis man ihn anbettelt, er möge doch mal wieder was sagen. Das aber wäre nicht so wirklich das, was seiner Position entspricht. Ich vermute, er ist lieber jetzt der verhasste Unheilsbote, als nachher dann gefragt zu werden, warum er nicht gewarnt hätte.
Ich mag Lauterbachs Sprechweise auch nicht. Ich vermute aber, er kann da nichts dafür. Ich tippe mal, der hat als Kind gestottert oder so was ähnliches. Wenn dem so sein sollte, kann man ihm kaum böse sein, sondern müsste eher bewundern, wie er auftritt und spricht... Zudem ist das, was er sagt erwiesenermassen die Anstrengung und vielleicht auch die nötige Überwindung wert, um zuzuhören. Auch dann, wenn er, Mensch wie wir alle, sich mal in der Wortwahl vergreift.
Ich weiss auch nicht, wies weitergehen soll. Nur ist genau das passiert, was Epidemiologen schon von Anfang an sagten: Wenn der erste Lockdown daneben ginge, hiess es da, werde uns Corona ungefähr drei Jahre beschäftigen. Man wusste da noch nicht mal, dass die Impfung so schnell kommen würde. So pessimistisch, wie sich das vor einem Jahr anhörte, wars dann also wohl doch nicht.
Nein, gefallen tut mir das nicht. Nur bin ich nicht der Weltenlenker, und kanns daher nicht ändern. Ich werd aber sicher nicht so einen Quatsch machen, und mich deshalb sinnlos daran aufzureiben.
Das kann man nur versuchen, irgendwie möglichst gut und friedlich zu überstehen. So macht man das mit Katastrophen immer. Jedenfalls bringts nichts, gegen Naturkatastrophen zu demonstrieren. Möglicherweise ist diese Erkenntnis im Alpenraum nicht ganz so abstrakt wie anderswo.
Das würde voraussetzen, dass externe Berater mehr Ahnung haben. Das ist in der Generalität weder bewiesen noch auch nur glaubhaft. Es ist eher so, dass die zumindest schlau genug sind, anzunehmen, wenn ihnen der Staat Geld zahlen möchte.