Hallo,
dann kann ich ja auch noch meinen Senf oder Popcorn dazu geben 😉
@scioutnonscio Erstmal herzlichen Glückwunsch zum Erwerb!
Lass dich nicht nervös machen, fast alles ist machbar. Ein verschlissenes Kardangelenk für 30 Euro ist sicherheitsrelevant, aber nicht schwer zu tauschen. Die Heuliez-Ecken sind natürlich blöd, aber die Instandsetzung dieser Stellen allein ist für jeden guten Schweißer machbar und nichts Citroen-spezifisches. Oft sieht es dahinter weniger schlimm aus als man denken sollte, aber "your mileage may vary"!
Schwieriger zu reparieren wären die Federbeindome vorn und die Tüschweller mit den Wagenheberaufnahmen.
Der Xantia war vom Werk ab recht gut gegen Rost geschützt, viele Stellen sind verzinkt, die "Heuliez-Ecken" leider nicht. Rost an dieser Stelle kann an fehlenden Stopfen im hinteren Radhaus zum Schweller hin liegen, passiert aber auch "einfach so". Die Breaks (also Kombis) wurden auch in einem anderen Werk (eben Heuliez) montiert und geschweißt und haben eher mal Rost im hinteren Bereich. Die X1-Serie der Xantias ist generell besser geschützt und verarbeitet, sie sind auch etwas schmaler und entsprechen mehr der Idee von Bertone.
Trotz aller Bemühungen zum Rostschutz und Versiegelungen sind die Wagen jetzt aber auch 20 Jahre oder mehr alt.
Problem sind Ersatzteile, das heute fehlende technische Know-how, Rost und Elektronik.
Mit Rost wird jede Werkstatt fertig (solange es sich noch lohnt), für Ersatzteile, Elektronikzicken und technisches Know-How ist dieses Forum genial. Gute Citroen-Werkstätten sind Gold wert und werden immer weniger. Wartung bestimmter Teile sollte nicht unterschätzt werden, der Xa ist sicher kein billiges Auto, auch wenn man ihn oft billig (und entsprechend verranzt und vernachlässigt) kaufen kann.
Der Xantia ist ein ziemlich komplexes Auto. Er sieht von außen ganz normal aus, unter dem von Bertone gestalteten Blechkleid ist der Xantia aber komplizierter als zum Beispiel ein CX.
Während der Citroen CX noch anders aussah als andere Autos und sich auch anders fuhr, hat sich Citroen mit dem Xantia ("leider") Mühe gegeben, den Wagen gefälliger zu gestalten, von Design und Bedienung her, so dass auch deutsche Autofahrer zugreifen sollten und nicht dauernd von "Exoten" redeten, oder mit Lenkung und Bremsen nicht klarkommen, weil sie nur VW und Opel gewohnt sind.
Beim Xantia hat das Bremspedal z.B. einen längeren Weg bekommen, um über den exakten Druckpunkt und die dafür nötige Dosierung hinweg zu "täuschen". Die DS und der SM (auch da gibts Gender-Diskussionen ahem) hatten statt des üblichen Pedals einen "Bremspilz", den man nur vorsichtig angucken musste um heftig zu verzögern.
Leider hat der Xantia auch die billigen, mittlerweile überall sonst verbauten McPherson-Federbeine, was die Federung vorn etwas härter macht als z.B. bei DS, CX oder SM mit den geschobenen oder gezogenen "Wippen".
Trotz des "gefälligen" Aussehens ist darunter aber ein echter Citroen mit der bewährten Zentral-Hydropneumatik und vielen anderen Vorteilen, aber auch technischem Anspruch.
Das ist übrigens nur meine Meinung, nicht in Stein gemeißelt und gilt sicher nicht für alle.. habe wohl gerade zuviel Zeit 😆