Kurz zu 3.: Soweit ich weiss, wird Tetanus mehr oder weniger "blind" reingejagt. Da wird halt gefragt, wann man die letzte Impfung hatte, wenn man mit einer Verletzung zum Arzt geht, bei der auch nur zweifelhaft ist, ob da alles Keimfrei zuging. Kann man sich nicht erinnern, kriegt man so eine Impfung angeboten. Bei mir hat da noch niemand einen Antikörperstatus geprüft vorher. Sollte jemand, der im Gesundheitswesen arbeitet, eigentlich auch schon mal mitbekommen haben. Ich kann mich da nur über solche Behauptungen wundern.
Zu 4. Die Urteilsfähigkeit Minderjähriger ist tatsächlich so ein Thema, wozu Juristen partout keine allgemeingültige Antwort geben, mit der sich im Einzelfall was anfangen lässt. Das hat damit zu tun, dass in jedem Einzelfall zu überlegen ist, ob die Urteilsfähigkeit gegeben ist oder nicht. Wenn das so ist, gibt eben keine einfache Antwort.
Vorab: Die Urteilsfähigkeit hängt sowohl vom Minderjährigen ab (Entwicklung, Ausbildungsstand, Reifegrad, Fähigkeit zu rationalem und freiem Denken - frei von Bezugspersonen, wissen um den konkreten Sachverhalt und die Fähigkeit, den in seiner Tragweite vollständig zu erfassen), als auch davon, worum es geht.
Für die Schweiz gilt, dass die Urteilsfähigkeit Minderjähriger umso eher als gegeben anzunehmen ist, je persönlicher eine zu entscheidende Sache ist. Bei Sorgerechtsstreitigkeiten etwa ist es mehr und mehr vorbei damit, dass Kinder zu Spielbällen der Willkür ihrer Eltern werden, indem man sie halt einfach fragt - und zwar so, dass sie nicht nur die Frage, sondern auch die Folgen der Antwort begreifen können - was sie denn möchten.
Im Zweifel kriegen die bei möglichen Interessenskonflikten einen eigenen Rechtsbeistand, der ihre - und nur ihre - Interessen vertritt. Können sich Eltern nicht einigen, könnte man auch an die Kindesschutzbehörde oder den Richter gelangen.
Für Namensänderungen etwa gilt in der Schweiz, dass die Urteilsfähigkeit spätestens mit 14 als gegeben angesehen wird, und schon 12jährige werden gefragt, und man braucht zwingend ihr Einverständnis für eine Namensänderung.
So gesehen dürfte es sich ein Betriebsjurist allzu einfach gemacht haben, das Alter der Urteilsfähigkeit für eine doch recht simple Impfung auf 16 Jahre festzulegen. Wenn ein 14jähriger in der Lage ist, die Folgen dieser Entscheidung zu verstehen, dann kann der das durchaus eben auch entscheiden, und er muss dafür auch nicht zwingend erst zum Psychologen. Sowas macht man eigentlich nur in Zweifelsfällen.
So ist es.
Siehe oben. Da ist ein Sesselkleber auf Nummer sicher gegangen. Kann man machen. Nur wärs ein Irrtum, zu glauben, im Zweifel nicht zu impfen sei sicherer. Wobei das aus Sicht der medizinischen Einrichtung, welche impft, durchaus die sicherere Variante ist.
Wenn aber nun schon Juristen sich um eine eindeutige Antwort herumdrücken, kann man sicher von nicht-Juristen (das trifft sowohl auf die allermeisten Ärzte wie das übrige Gesundheitspersonal zu)
nicht einfach so erwarten, dass sie sich da auskennen.
Ich persönlich würde den Standpunkt vertreten, dass eine OP nicht das gleiche ist, wie eine Impfung. Und vielleicht ist die Situation auch nicht ganz gleich, wenn die Eltern impfwütig sind, wie wenn sie Impfgegner sind. Jedenfalls nicht bei Covid. Nicht impfen ist da nämlich auch ein Risiko, und nach allem was man weiss, kein kleines. Man kann es aber doch durchaus dem Minderjährigen, der checkt, um was es da geht, selber überlassen, ob er sich lieber Impfen oder anstecken lässt.
Wie auch immer: Da führt kein Weg dran vorbei, mit den Kindern selber zu sprechen. Ein Formular reicht da nicht immer.
Für Pharma-Zulassungen brauchts Fachwissen. Dass da die gleiche Instanz zulässt und prüft, kann da auch auf nationaler Ebene mal vorkommen.
Der Begriff "Altmedien" widerum macht mich skeptisch. Hab ich es da mit jemandem zu tun, der keine Zeitungen mehr liest, und sich lieber auf Facebook und Twitter informiert? Falls ja, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ich jemanden vor mir habe, der falsch oder mindestens unvollständig informiert ist. Schlimmstenfalls indoktriniert, und das nicht nach den Regeln eines rationalen Diskurses.
Das sage ich im Bewusstsein darum, das Journalisten allzu oft faule, schludrige Diletanten sind...