Ich fahre jetzt seit zwei Monaten und 5.000 km einen Pluriel 1.6 SensoDrive und komme damit ganz gut klar. Es gibt eine Eigenheit, die muss man wissen und die hilft in der Praxis: im Schiebebetrieb (Fahrer gibt kein Gas, Auto rollt schneller als der Motor dreht, Motor bremst das Auto) verhält sich das SensoDrive anders als viele konventionelle Automatikgetriebe, es schaltet NICHT hoch. Das ist super bei steilen Bergabpassagen: Man fährt meinetwegen im 5. Gang einen Berg runter, das Auto wird immer schneller, obwohl man kein Gas mehr gibt. Jetzt kann man manuell in den vierten oder dritten Gang zurückschalten, der Motor dreht höher und bremst das Auto. Und das Gute daran: Auch im Automatikmodus bleibt der kleinere Gang drin, solange man kein Gas gibt. Erst wenn man wieder Gas gibt, interpretiert das die Motorsteuerung so, dass man jetzt wieder schneller fahren möchte - und erlaubt dem Getriebe, hochzuschalten.
Diese in den Bergen extrem praktische Geschichte wirkt sich in der Ebene vor allem bei Zwischenspurts lästig aus. Beispiel: Man fährt auf einer Landstraße und will ein Auto überholen. Der Pluri rollt meinetwegen mit Tempo 80 und 2.500/min dahin. Man gibt Vollgas, das Getriebe schaltet in den 3. Gang zurück, der Wagen beschleunigt stark, der Motor dreht auf 5.000 bis 6.000/min. Wenn man am anderen Auto vorbei ist, dann ist man velleicht immer noch im 3. Gang - und fährt schon 120. Das ist dann doch zu schnell, also nimmt man Gas weg, um die Kiste rollen zu lassen. Doch was passiert: Das Getriebe bleibt im 3. Gang, beim Gaswegnehmen setzt spürbar die Motorbremse ein. Warum das?
Nun, ganz einfach: Im Schiebebetrieb schaltet das Getiebe NICHT hoch.
Jetzt gibt es zwei Methoden, die Situation zu entschärfen. Entweder geht man, wenn man in einem kleinen Gang zu schnell fährt, nicht komplett vom Gas sondern gibt einfach wenige Gas, dann schaltet das Getriebe von allein wieder hoch - oder man schaltet einfach manuell. Wenn man vor dem Überholen von Hand zwei Gänge runtergeschaltet hat, kann man danach ja einfach wieder zwei Gänge hoch schalten.
Außerdem neigt die SensoDrive-Automatik dazu, beim Rollen die hohen Gänge möglichst lange drin zu lassen. Das kann lästig werden, wenn man zum Beispiel in einen Kreisel fährt: Das Auto rollt im 4. Gang in den Kreisel, wird immer langsamer, und wenn man dann aus dem Kreisel wieder ausfahren will, hat man den 4. Gang drin, das Auto zieht nicht gut, und wenn man dann noch mehr Gas gibt, entsteht eine Schaltpause, bis man wieder Zug in der Fuhre hat. Abhilfe: Bei Einfahrten in Kreisel oder bei Abbiegngen prophylaktisch einmal am linken Schaltpaddel ziehen und manuell einen Gang runterschalten. So kommt man flott genug um jedes Eck.