Gestern im DHL-Shop:
Die junge Dame an der Kasse trägt eine medizinische Maske, ihre Kollegin im Paketlager nicht. Der offensichtlichen Chefin hängt die Maske unterm Kinn, und es sind drei Kunden im Laden.
Meine angekündigte Sendung ist nicht da, die „Lageristin“ kommt nach vorn, streift halbherzig eine Maske über. Sie ruft die Hotline an, zieht dazu die Maske runter.
Der Kassiererin hängt die Maske mittlerweile unter der Nase.
Die Lageristin steht plötzlich dicht vor mir und und erklärt mir, es sei wohl was mit der Technik. Ich weiche zurück, suche Abstand, schiele auf das Schild mit den ausgedruckten Regeln.
Die Chefin hat nun nach meinem kritischen Blick die Maske fast korrekt sitzen, zieht sie aber mehrfach nach vorn und lässt sie lässig zurück schnalzen.
Die Lageristin telefoniert weiter, fummelt sich im Gesicht und an der Nase herum, die Maske ist verschwunden.
Vier Kunden stehen mittlerweile im Geschäft.
Das Paket ist nicht nachverfolgbar, die Chefin reicht mir meinen Ausdruck mit der Sendungsnummer zurück. Ich winke ab, wende mich zum Gehen. In der Tür halte ich inne und äußere mich zum Maskenverhalten der drei Kolleginnen, und dass das kein wirkliches Wohlbefinden bei den Kunden hervorrufe.
“Na ja“, sagt die Lageristin, „des is halt a bissle schwierig mit‘m Telefon…“
Ich verlasse das Geschäft.
Sicherlich eine Momentaufnahme, aber sicherlich kein Einzelfall. Unter diesen Umständen wundert mich die aktuelle Situation überhaupt nicht!