Heute besuchte mich Wolfgang B. Zwei jahre jünger als Biden, der nach Polen fliegt, die zweite wichtige Nachricht zur Ukraine, weil das ist der "coup de grace" für Putin. Die dritte hat mit Wolfgang B., den ich seit fast vierzig Jahren kenne, zu tun. Odessa, ein Sehnsuchtsort von mir, den ich seltsamerweise nie umsetzte. Durch meine Schachkarriere hatte ich zwar mit Russen, Ukrainern (davon besonders viele), Georgiern únd auch "innen", Azerbaidschanern und meinen Liebsten, den Armeniern, in den 90ern viele persönliche Kontakte, und das nicht bei Tee und Biscuit, sondern alkoholisch durchzecht, denn nur Untertage spricht man die Wahrheit. Salzstangen und Limo lügen - immer.
Wolfgang B. war häufig in Odessa. Ansonsten teilten wir viele Sehnsuchtsorte: Madrid und Malaga, Tanger, Marrakesch und Agadir - Bologna, das gehörte nur mir.
Odessa führt zu diesem Chinesen, und wer nur ein wenig Menschenkenntnis besitzt, weiß sofort, der ist ein "Guter" und die dritte wichtige Meldung des Tages. Ich habe mir mehrere Videos angeschaut, ohne ein Wort verstanden zu haben. Kapiere aber schon, warum die chinesische Regierung Angst vor Wang Jixian hat.
https://www.nzz.ch/international/ukraine-krieg-odessa-hat-einen-chinesischen-helden-nzz-ld.1675031
PS: Warum ich mir so sicher wegen des "Gnadenstoßes" bin, hat mit der Suppe zu tun, die ich Wolfgang B., selbst ein begnadeter Koch, was mich aber nicht nervös machte, sondern zu Höchstleistungen animierte.
Hier das Rezept, wie ich ihm die Zunge löste und ihn dazu brachte mich innerhalb von drei Stunden, ohne das er es wollte, davon zu überzeugen, wann und wie 80-jährige zuschlagen:
Suppe aus Kartoffeln und Porree, mit Biobrühwürstchen, dazu polnisches Bier und Ciabatta einem Balkon mit herrlichem zarten Frühlingswetter und Blick auf einen just erblühten Magnolienbaum.
Kartoffeln und Porree kalt ansetzen und 30-40 Minuten kochen.
In einer Pfanne reichlich Zwiebeln dünsten (denn Porree ist bitter und drängt sich vor), dann Butter dazu, ein wenig Tomatenmark, Curry und Ingwer, kurz rühren, ein wenig Flüssigkeit und Lorbeer dazugeben. Deckel drauf, nach 10-12 Minuten dünsten. Lorbeerblatt und Ingwerstück entnehmen, die kleingehackten Brühwurststücke dazugeben. Das ganze warm halten.
Wenn die Kartoffeln und der Porree durch sind, passieren mit dem Pürierstab, reichlich Pfeffer hinzugeben. Dann die Beilage aus der Pfanne und ein wenig Chilli, zum Schluß saure Sahne und Petersilie untermischen.
Das löst die Zunge, und du weißt nebenbei, wann der Krieg endet.
Nebenbei: das Wichtigste beim Kochen ist - nichts darf dominieren. Je schwieriger es fällt zu sagen, was drin ist, desto besser. Lebensmittel und Gewürze, die zur Dominanz neigen, müssen allerdings durch Studium erworben werden. Porree und Lorbeerblatt kennt ihr jetzt, es gibt aber noch mehr.
Ach so, das Rezept ist von mir.