So eine Aussage würde dann irgendwie Sinn ergeben, wenn die USA der Agressor wäre. Da Russland der Agressor ist, und Russland ungleich USA, und zudem klar ist, dass es Biden sichtbar ankackte, um das mal umgangssprachlich zu formulieren, auf einmal einen Krieg auf die Tagesordnung setzen zu müssen, ist das völliger Unsinn.
Sinn ergibt so ein Unsinn erst dann wieder, wenn es dabei um russische Interessen, mit anderen Worten russische Propaganda geht.
Dagegen spricht, dass es klar einen - und nur einen Agressor gibt. Russland. Dagegen spricht auch, dass die russische Invasionsarmee schnustracks auf Kiev zu hielt. Den Ukrainern war die russische Absicht nicht verborgen geblieben. Klar sind die nicht an einer feindlichen übernahme aka. Eroberung durch Russland interessiert, und rüsten auf. Einen Krieg zu wollen ist aber deutlichst was anderes, als sich nach Kräften zu verteidigen, wenn man angegriffen wird. Warum die Ukraine einen Krieg auf ihrem Territorium gewollt haben sollte, wo es wirtschaftlich doch gerade anfing, besser zu laufen, also im Krieg viel verloren werden konnte, kannst Du auch nicht erklären.
Klartext: Gewollt hat diesen Krieg Putin und sein Russland. Niemand sonst. Anderes ergibt einfach keinen Sinn. Nicht politisch und nicht wirtschaftlich. Zumal Russland deutlich erst dann so richtig für Probleme in der Ukraine sorgte, nachdem da demokratische Wahlen mal gelungen waren. Das hat Russland nicht gefallen, weil so eben nicht die Leute ans Ruder kamen, bzw. an der Macht blieben, die Russland gepasst hätten, also hat man im Donbas und in Luhansk grüne Männlein aufmarschieren lassen, von denen man damals gut unterrichtet annahm, es wären russische Soldaten, und das heute sicher weiss.
Dauerhaft eisfreier Zugang zu den Weltmeeren war schon vor 2014 gegeben, aufgrund eines Vertrags mit der Ukraine, der auch noch viele Jahre gegolten hätte. Es gab auch keine Anzeichen dafür, dass dessen Verlängerung gefährdet gewesen wäre, bis die grünen Männchen im Donbas und auf der Krim auftauchten. Das ist kein Kriegsgrund. Eine Rechtfertigung schon gar nicht.
Ich lese das anders, spätestens seit dem 24.02.2022, vor dem die USA lange voraus warnten. Vor diesem Hintergrund sehe ich heute auch das Drängen der USA, dass die Europäischen Staaten ihr NATO-Engagement endlich ernster nehmen müssten, was es noch länger davor gab.
Die USA haben Putin nie getraut, und sich deshalb, anders als Europa und da insbesondere Deutschland, von Putin nicht hinters Licht führen lassen.
Dass das sich gut trifft mit wirtschaftlichen Interessen, ist da nur ein willkommener Zufall.
Die USA freut das vielleicht. Angegriffen hat trotzdem Russland. Weil es seine militärischen Interessen an der Krim wohl höher gewichtete, als wirtschaftlichen Aufstieg, ein gutes Ansehen in der Welt und gute Beziehungen zu Europa und sogar den USA.
Die Einschätzung und die daraus folgenden Entscheidungen hat Putin getroffen. Damit muss jetzt der Rest der Welt umgehen, und wenn daraus für Putins Russland ein zweites Afghanistan werden sollte, dann ist das wohl willkommen. Es ist aber weder von den USA dahin gelenkt worden, noch von langer Hand geplant.
Putin ist schlicht zu machtbesoffen und zu grössenwahnsinnig, um es besser gemacht zu haben. Man kann dem Westen nicht vorwerfen, jetzt Russland möglichst kleingemacht sehen zu wollen. Hätte Putin auch nur für einen cent eine Kopeke mal nachgedacht, hätte er mit sowas gerechnet, und es wohl eher nicht soweit kommen lassen. Der tickt aber da wie Hitler und hielt einen Plan B für verzichtbar, wie auch nur die Möglichkeit von Irrtümern oder Fehlern seinerseits für ausgeschlossen. Ich bin darüber gerade nicht traurig, nachdem er uns alle, inklusive Russland, vor einen 3. Weltkrieg brachte.
Das lässt nämlich die Möglichkeit offen, dass Russland eben nicht das Beste aus seiner militärischen Stärke machen kann. Gott seis gedankt!