Das war glaub ich schon noch anders, als die Geschütze für die Pumas gegossen wurde.
Das Oerlikon-Bührle, später Oerlikon Contraves, Geschütze baute, war übrigens schon im 2. Weltkrieg so. Soviel ich weiss, waren diverse US-Schiffe, aber auch das Japanische Flagschiff mit solchen ausgerüstet. Deutschland setzte zu jener Zeit eher auf Krupp...
Mir selber ist Oerlikon mehr als Maschinenbauer ein Begriff. Es gibt z.B. mehrere Druckluftbrems-Bauarten für die Bahn, die so benannt sind.
Ich sehe das - zugegeben von aussen - ein wenig anders, und kämpfe eher damit, die zögerliche Haltung der SPD mit dem russischen Verhalten als Agressor, der aus Lust und Laune einen Angriffskrieg beginnt, in Deckung zu bringen. Mir ist die SPD zu russland-nah, und da ist Altkanzler Schröder nur ein Symptom. Es gibt da auch noch einen aktuellen Kanzler, der sich zwar verbal deutlichst von Schröder distanziert, aber bis zum Überfall auf die Ukraine an Nordstream 2 festhielt, mit der doch sehr fadenscheinigen Begründung, das sei ein rein privates Unternehmen, im Wissen darum, dass es keineswegs nur wirtschaftliche Gründe waren, warum ganz Osteuropa und die USA darin sowas wie eine Waffe Russlands sahen. Da ist die SPD nicht alleine gewesen, aber die letzten, die zur Realität zumindest per mündlicher Äusserung fanden, waren die dann schon.
Man hat da wohl immer noch nicht so richtig wahr, dass Russland Angreifer ist, und man sich davor hüten sollte, in der Situation als Nicht-Chinese, Nicht-Nordkoreaner oder ähnliches, noch irgendwie für Russland einzutreten. Scheint, da ist eine Blockade. Ich kann von aussen nicht sehen, ob vor allem bei Scholz oder vor allem bei der SPD.
So wie Scholz tut, ist in seinem Hirn immer noch nicht ganz angekommen, was gerade in der Ukraine passiert. Er kommt mir da vor wie so ein Dino im Jurassic Park, der erschossen wird, aber trotzdem weitermacht, als wär da nichts, weil sein Hirn einfach noch nicht mitbekommen hat, was da gerade kaputtgeschossen wurde. Vielleicht liegt das auch nicht nur an Scholz, und er hat parteiinternen Druck. Dann würde ich an seiner Stelle mal ein Machtwort sprechen, und näher an die Koalitionspartner ranrücken. Nicht, dass das wichtig wäre, aber seine Beliebtheitswerte sinken. Irgendwie zeigt das auch, wie sehr er für die Nation steht, auch wenn es nicht mehr als ein Zeichen ist. Schon doof, wenn man in den Wahlkampf zieht mit dem Slogan von der Führung, die kriege, wer sie bestelle, und dann nichts liefert, was auch nur von ferne danach aussieht, sondern quasi den Schwanz einzieht und die Minister und Ministerinnen vorschickt. Das hätte er dann mal besser schon im Wahlkampf anders gemacht, dann nähme ihm das heute keiner übel. War ja schon bei der Impfpflicht sein Problem.
Vielleicht sollte man einen, der so sehr introvertiert und ein Kommunikations-Dummy ist, nicht zum Kanzler machen.
Mir fällt in der aktuellen Situation gerade nicht leicht, die Neutralität der Schweiz zu vertreten. Mir geht die zu weit. Die militärische Neutralität kann man abhaken, die lass ich unangefochten. Das ist das vernünftigste, was man als Kleinstaat machen kann. Das haben zwei Weltkriege bewiesen. Genau die haben aber auch bewiesen, dass es sowas wie eine klare politische Haltung umso mehr braucht, und man durchaus auch nicht drum rum kommt, früher oder später zumindest politisch und wirtschaftlich involviert zu werden. Ich sehe also nicht ein, warum man sich nicht klar auf die Seite des Rechts stellt, und die Ukraine auch mit Waffen unterstützt. Wenns sein muss, mit dem gleichen Argument, mit dem D hinter Nordstream stand. Und genau deshalb hab ich mit dem dt. Kanzler so meine Mühe. Den hindert keine Neutralität, er hat im Gegenteil Bündnisverpflichtungen, und ist gerade dabei, Deutschlands guten Ruf da zu verspielen, weil anderen doch auch auffällt, was ich hier geschrieben habe.
Mir kann man als Schweizer wohl entgegnen, neutral zu sein, sei halt bequem; mag das nun stimmen oder nicht. Was aber sagt man den Polen, was den Balten? Was den USA, wenn die mit den gleichen Einschätzungen kommen? Die sind nicht neutral, denen kommt man so billig nicht davon.
Zum aktuellen Neutralitätsverständnis in der Schweiz: Ich finde, das wird viel zu weit ausgelegt, denn politisch war die Schweiz während des zweiten Weltkriegs nicht neutral, sie wars während des ganzen Kalten Kriegs nicht, und sie täte gut daran, es jetzt auch nicht zu bleiben. Zuschreiben tue ich das vor allem der eigentlich löblichen pazifistisch denkenden linken, die aber das gleiche Problem wie die SPD auch hat, und wohl zu Russlandfreundlich eingestellt ist, um den Krieg in seiner Bedeutung voll zu erfassen, aber, und das nicht weniger, auch der SVP, die zwar ebenso nicht als Partei, aber mit starken Exponenten zu Russlandfreundlich ist, gemessen an den aktuellen Ereignissen. Ich nenne da eine Frau Martullo-Blocher. Ich mag die auch sonst nicht, aber was die in den letzten Wochen leistete, schlägt dem Fass den Boden aus. Es steht aber in SVP-Tradition, denn die SVP hat sich schon immer gegen so gut wie jede internationale Verpflichtung grösserer Tragweite gestellt, und dabei - häufig eher laut als wirklich überzeugend, die Neutralität als Argument angeführt. Als gäbe es eine Verpflichtung der Schweiz, aber auch niemals nicht klar Position beziehen zu dürfen, was natürlich Blödsinn ist.
Die Schweiz war in der Vergangenheit erfolgreich, eben weil sie letztlich immer eine klare Position bezog, und die war seit Sowjetzeiten nicht Blockfrei. Die Schweiz rechnete sich immer klar dem Westen zu, hat damit gut verdient und gut gelebt, frei gelebt, und sollte deshalb eigentlich schon lange klarer für Recht, Demokratie und die westlichen Werte eintreten. Klarer, als bisher im Ukrainekrieg. Es verlangt ja keiner, Soldaten in die Ukraine schicken zu müssen. Ich stelle mir das auch nicht so vor, dass man Waffen in die Ukraine liefern müsse. Es geht mir da gleich, wie mit der Deutschen Weigerung aus ähnlichen Gründen. Man könnte das Recht der Interessenlage der Schweiz anpassen, und es so ändern, dass man anderen Staaten, wenigstens wenns im Interesse der Schweiz liegt, nicht mehr zwingend verbieten müsste, Waffen weiterzuverkaufen. Allerdings hat man dann, wie gerade aufgezeigt, mit Widerstand von links wie rechts zu rechnen, so dass ich mir nicht sicher bin, ob so ein Vorhaben Erfolg hätte.