Nun hört doch auf, die Versorgungsenpässe (hier) herbeizuschreiben.
Es geht gerade nicht wirklich darum, dass es von diesem oder jenem Lebensmittel hier in Westeuropa zu wenig gibt. Es rächt sich halt nur, dass in der Lebensmittelindustrie ausser dem Preis gar nichts zählte.
Die Länder, die zur eigenen Landwirtschaft - zugegeben teure - Sorge gaben, haben keine Engpässe. Das trifft vor allem die, die sich entweder nicht selber versorgen können, oder die das aus Kostengründen ausgelagert haben.
Für mich, der ich seit jeher bevorzugt Produkte aus dem eigenen Land kaufe - nicht, weil anderes mir zu wenig gut wäre, sondern weil gut ist, wenn man Produktion vor Ort hat - ändert sich so gut wie nichts. Es gibt nach wie vor mehr Kartoffeln im Supermarkt, als ich essen will, es gibt nach wie vor Öl, denn das kostete hier nie 0.69 Währungseinheiten der Liter. Ist auch egal, wenn 2l im Jahr locker ausreichen.
Es gibt nach wie vor mein geliebtes Tiefkühlgemüse am liebsten solches, das irgendwo her kommt, wo ich vermutlich auch schon mal war.
Nur das Fleisch auf dem Teller, das ist bereits merklich teurer geworden. Weils Futter für die Tiere halt teurer wird, wenn der Dünger knapp. Aber: Es ist immer noch deutlich billiger, als das vegetarische oder vegane Pendant, auch wenn das reichlich unlogisch ist. Kein Grund also zum Klagen. Muss halt weniger davon reichen. Dann bekommt halt die Sauce oder das Gemüse einen etwas höheren Stellenwert. Rechtzeitig vor dem Krieg lernte ich, wie ich aus quasi nichts eine erstklassige Süsssauer-Sauce mache. Typisch Asiatisch, und noch billiger, als die Sauce fertig zu kaufen. Da braucht man dann gar kein Fleisch mehr, und wenn, reichen ein paar Gramm pro Portion. Und: Sowohl der Essig, wie auch der Zucker in der Sauce kommt von hier. Nur die paar Gramm Tomatenmark, dies rot färben, kommen noch aus Italien... und wenn Ketchup ausverkauft sein sollte, dann mach ich das halt auch selber Vom Rest der Tomatenbüchse gibts dann immer noch ein Ossobucco, eine Pizza oder einmal Pasta mit Tomatensauce. Ich kann die Hamsterei irgendwie nicht begreifen. Gibt doch von allem genug, jedenfalls für uns. Nachkaufen muss man doch nur das, was man aus dem Vorrat verbraucht. So ein Vorrat kann sinnvollerweise nicht viel grösser sein, als so, dass mans aufbraucht, bevor es schlecht werden kann. Verbraucht wird immer das, was näher am Verbrauchs- oder Haltbarkeitsdatum ist. Wer hamstert, hats nicht erfasst. Vorräte baut man auf, indem man bei einer Aktion ein, zwei Dosen mehr mitnimmt, als man eigentlich für nächste Woche braucht. Davon gibts keine leeren Regale in den Läden.
Das Problem hat Afrika. Spätestens, wenn die Speicher leerer werden und die nächste Weizenernte aus der Ukraine fehlt.
Ein guter Freund hats gestern so gesagt: "Gaubst Du, wenn hier russische Atomraketen einschlagen, helfen ein paar Dosen Ravioli wirklich?" Dann willst Du gar nicht so dringend bei den Überlebenden sein, dann ist die Essensversorgung nicht mehr wichtig." Rollstuhlfahrer wie der haben eine geradezu heilsame Vernunft, wenns um Überlebenspanik geht... Quantität ist nicht alles.
Ganz davon abgesehen, dass es zwei bis drei Monate dauert, ehe ein Mensch verhungert. Selbst wenns ab Morgen nichts mehr zu essen gäbe, hätte man da vor dem Tod noch dringlichere Probleme.