Geht nicht. Das würde einen Herkunfts- und Identitätsnachweis erfordern, den die meisten Flüchtlinge aus Afrika, nicht nur Syrien, nicht haben. Das geht so weit, dass Pässe weggeworfen werden, in der Hoffnung, so bessere Chancen auf eine Aufnahme zu haben, seis als Flüchtling oder anders.
Bei aller Menschenliebe und allem Mitgefühl: Ich möchte wissen, woher die Leute kommen, die hierher wollen, und ich will möglichst auch wissen, wer sie sind. Wenn es auch nur wäre, damit sich ein Ägpter nicht als Syrer ausgeben kann. Ausserdem muss schon geprüft werden, wer Flüchtling ist, und wer es lediglich behauptet, um ohne Papiere und andere Voraussetzungen einwandern zu können.
Letztlich ist das auch eine Sicherheitsfrage; bei Islamisten, die dann irgendwann zum Terroristen oder zum Frauenmörder oder sonstwas verbrecherischem werden, hätte ich schon gern, dass das erkannt und beim Aufenthaltsstatus berücksichtigt wird. Bis hin zu dem Umstand, dass manche Kriminelle grundsätzlich kein Aufenthaltsrecht kriegen. Für die Schweiz sind das vor allem Kriegsverbrechen, Drogendelikte und so Sachen wie Mord oder Kindesmissbrauch. Das wär schon praktisch, wenn man das im Asylverfahren merken dürfte, und nicht erst nach Jahren. Denn dann ist es so, dass eine Güterabwägung stattfinden muss, und man infolge dessen auch solche Schwerverbrecher nicht mehr so leicht los wird, wenn sie hier Familie und Arbeit haben, oder wenn sie das Glück haben, als Angehörige eines Staates anerkannt worden zu sein, die keine Ausschaffungen ermöglichen. Ganz davon abgesehen, dass es auch noch Gründe gibt, aus denen eine Rückkehr sowieso unzumutbar wäre.
Das sind dann die, die dafür sorgen, dass man hier generell was gegen Ausländer, und erst recht Flüchtlinge hat, wenn man nicht ganz so interessiert und deshalb auch schlecht informiert ist. Das wiederum machts dann auch nicht besser, und schon gar nichts einfacher, sei nun Bedarf an Einwanderern gegeben oder nicht.
Generell ist es politisch umso leichter, die Situation von Einwanderern zu verbessern, je besser man die Einwanderung kontrollieren kann. Deswegen (unter anderem) hat schon die Personenfreizugigkeit einen schweren Stand in der Schweiz. Weil man da eben nicht sagen kann: Du darfst, und Du, nicht. Weil man da keine Steuerungsmöglichkeit hat, und selbst bei Straftätern dann nur noch limitierte Handlungsmöglichkeiten.
Wenn man also sagt: Wir nehmen unterschiedslos alle Flüchtlinge auf, egal, woher, egal, ob mit oder ohne Papiere, egal, ob ausgebildet oder nicht, und das dann auch noch unkompliziert, mit einer einfachen Befragung, ohne Überprüfung der Aussagen wenigstens soweit machbar, und in unbegrenzter Anzahl, dann garantiere ich dafür, dass überall in Europa der Widerstand so gross wird, dass Frontex noch ein paar dutzend Milliarden mehr Mittel kriegt, um auch ja jede Grenze abzuschotten. Ich garantiere dann, dass man lieber überhaupt keine Flüchtlinge mehr aufnimmt, als auch nur die, die es wirklich dringendst nötig hätten.
Ich selber würde unter solchen Bedingungen auch zu denen gehören, die die Grenzen dann einfach dicht machen wollten.
Wenn man aber ein paar Bedingungen gelten lässt, etwa drauf besteht, dass die Identität der Asylsuchenden bekannt sein muss, und man die Möglichkeit schafft, etwa Schwerverbrecher nicht aufnehmen zu müssen, und grundsätzlich Bedingungen schafft, die den Aufnahmestaat nicht überfordern müssen, dann siehts dann sehr schnell nicht mehr so düster aus. Jedenfalls bei mir.