Der größte Aufwand sind Aus-/Einbau des Kompressors und das blöde Expansionsventil. Das kann man entweder nach Ausbau des Armaturenbretts bequem tauschen oder unter ständigem Fluchen mit Verletzungen an beiden Armen und Händen mittels gekürzter Schraubenschlüssel rausfummeln. Spaß macht das nicht, geht aber wenn es sein muß in einer Stunde.
So einen Kompressor kann man auch ganz einfach zerlegen und ihm mal einen kompletten Dichtsatz gönnen wenn man das möchte. Ist echt robuste Technik, da geht so schnell nichts kaputt. Spezialwerkzeug braucht man dann auch nicht, das ist nur nötig um den Simmering ohne Zerlegung zu ersetzen. Das alte Öl muss weg und 135ml PAG100 rein, dann kann er wieder 30 Jahre oder so kühlen. Für die Füllanschlüsse gibt es Adapter, ND kommt an den Kompressor, HD auf die Leitung zum Kondensator.
Und da sind wir beim möglicherweise größten Problem: die Überwurfmuttern gammeln an den Fittings fest und man bekommt die Leitungen nicht gelöst. Kann man anfertigen lassen, kostet halt ein paar Scheine. Der Kondensator kann auch ein problem werden, denn der ist schwer bis gar nicht zu beschaffen und gammelt wie üblich gerne mal durch. Aber wenn die jetzt noch läuft dann scheint er ja dicht zu sein.
Um die Umrüstung abzurunden verbaut man den Druckschalter der in den R134a-Anlagen von Xantia, XM, Berlingo etc. drin war, dazu muss man am BX-Kabelbaum einen anderen Stecker verbauen. Der Schalter dreht ab 17 statt ab 19 bar die Lüfter auf Sturm. Füllmenge ist 85% der R12-Menge, macht beim GTi 8V genau 850g R134a.
Dass die Anlage noch auf R12 läuft ist sehr unwahrscheinlich, das gibt es seit pber 25 Jahren nicht mehr (legal), da dürfte dann irgendein Ersatzmittel auf R134a-Basis drin sein, oder was ganz anderes - deshalb würde ich komplett umbauen inkl. Ölwechsel.
Insgesamt sind die Komponenten deutlich robuster als der Müll den man heute verbaut. Meine Klimaanlage habe ich aus Schrottautos zusammengesucht, die einzigen Neuteile beim Einbau vor 12 Jahren waren Expansionsventil, Trockner und Kondensator. Beim Umbau in den nächsten BX musste dann eine Leitung neu, kürzlich habe ich eine weitere ersetzt. Der Kompressor ließ sich kaum drehen als ich ihn ausgebaut hatte, reichlich frisches Öl und Bewegeung per Akkuschrauber halfen ihm aber damals auf die Sprünge, geöffnet hatte ich ihn bislang nicht - so lange er funktioniert sehe ich keine Veranlassung dazu.