Standgastrübungswerte sollten kaum Einfluß auf die Meßwerte haben. An deinen Daten kannst du sehen, das bei 2016 U/min weniger Kraftstoff als im Stand eingespritzt wird, das bewirkt natürlich bei erhöhter Abgasmenge eine geringere Trübungszahl. Dein Partikelfilter sollte eigentlich für einen Trübungswert nahe Null sorgen, wenn er intakt ist. Bein alten HDI lagen die Trübungswerte ohne Filter bei so um die 0,6 rum, so mager waren die eingestellt, mit offenem Partikelfilter ohne Regenerationsflüssigkeit etwas darunter, jedoch nicht viel.
Mir scheint, das sich in deinem Abgassystem noch reichlich Ruß befindet, der erstmal herausgeblasen werden muß. Und das eventuell dein Partikelfilter beschädigt ist. Das die Motoren beim Gasgeben leicht rußen, ohne Filter ist gewollt, damit der Turbo durchs Anfetten schneller hochdreht und man mehr Schub hat. Macht mein Ducato immer. Üblicherweise bleibt die Wolke allerdings im Partikelfilter hängen.
Jetzt dürfte der C8 ein offenes System haben, bei dem Baujahr wird m.W. Eolys eingesetzt zum Starten des Reinigungsvorganges. Da ist das mit dem Trübungswert normal. Ich halte daher 150km Autobahn je nach Fahrweise für zu wenig, um den ganzen angesammelten Ruß aus dem Auspuffsystem zu blasen. Je nach Fahrweise, du muß dafür das ganze System schon gescheit aufheizen, und dann kann es passieren, das du mal für einige km eine Rußwolke hinter dir herziehst. Das habe ich schon öfters bei Dieseln gesehen, die man lange sehr Sachte gefahren hat und bei denen sich der ganze Ruß in den Rohren und Schalldämpfern gesammelt hat.
Als ich meinen 2.0l Scudo JTD/HDI mit dem Nachrüstfilter von HJS ausstattete, dafür flog der originale PSA Filter raus, ergaben sich eine Trübungsreduktion von 0,6 auf 0,5, also nix erhebliches. Erst als der dann mal erheblich verschmutzte, reduzierte sich das auf 0,3, dafür hatte der Motor weniger Leistung. Auch das war ein sogenanntes offenes System mit automatischer Regeneration. Eolys hätte dem gut getan beim Reinigen.
Bei den Düsen vermute ich, das 100% der Nominalwert ist, der bei optimalem Füllungsgrad lt. Berechnung sich ergibt, die Werte darüber und darunter sind die korrigierten Werte des realen Motors. Und da die Füllung mit Frischluft und die Verbrennung ja sehr stark von der Drehzahl und den Schwinungsverhältnssen im Ansaugtrakt abhängig ist, dürften die Standgaswerte normal sein. Auch die Düsen haben ja Toleranzen, und die wirken sich je nach Einspritzdruck eben so oder so aus.
Meine Vorgehensweise wäre jetzt mal mit hoher Geschwindigkeit ohne Vollgas längere Strecke fahren, das Ganze mit neuem Luftfilter und neuem Öl, und dann messen. LMM abziehen bewirkt eher eine Anfettung als Abmagerung. Ich weiß nicht, ob beim C8 Diesel der Ansaugschlauch zum Luftfilter auch im linken Kotflügel endet wie beim Benziner, wenn ja, dann würde ich den mal direkt am Luftfilterkasten abstecken, sodaß der Schlauchweg vor dem Luftfilter erheblich kürzer ist. Könnte gegen die Rußwolke beim Beschleunigen helfen. Nach der AU wieder draufstecken, ansonsten brauchst du viele Luftfilter.
Apropos Luftfilter, da gibt es auch welche mit Fliesauflage oder Schaumstoff. Je nach Hersteller hat das gar keinen Einfluß auf die Luftmenge oder erheblichen Einfluß, weil das Flies die Luftmenge mehr behindert als gedacht und man dann quasi trotz neuem Filter mit der Durchsatzmenge eines alten Filters unterwegs ist. Optimaler Luftdurchsatz hättest du dann, wen bei den 2000 U/min sich der Deckel mit dem LLM vom Luftfilterkasten abheben ließe ohne allzugroße Kraft. Geht das gar nicht, auch nicht mit heftigem Ziehen, dann ist eventuell irgendwas im Luftweg zum Filterkasten nicht in Ordnung.
Der C8 Benziner hat da einen ca. 1m langen schaumstoffgedämpften Schlauch, der kann auch nach 13 Jahren mal nicht mehr so toll sein.
Jens