Zum Thema Herrn Z. Und W.
Hab ich heute bei FB gelesen und als 100% zutreffend geteilt:
Es gibt einen tragischen Denkfehler, der sich durch unsere gesellschaftliche Wirklichkeit zieht: Gesellschaftsfähigkeit vor allem an wirtschaftlichem Erfolg zu messen. Dieter Bohlen ist da ein sehr gutes Beispiel. Bohlen ist ein lauter Mensch, grobschlächtig bis zum Vulgären und offensichtlich gefühllos, wenn er zum Beispiel in der Show „Deutschland sucht den Superstar“ mit verletzenden Sätzen das Selbstbewusstsein von Menschen zerstört, um Quote zu machen. Kritiker belächeln seine Musik, er schreibt ja irgendwie seit Jahrzehnten denselben Song. Er ist offensichtlich ein extrem unsympathischer Mensch mit zweifelhaftem musikalischen Talent. Ein Musiker, der die Welt mit den Augen eines Geschäftsmannes sieht.
Ich kenne nicht wenige Leute, die die Makel seines Charakters aufzählen, aber dann – praktisch als erlösendes Argument, das alles Fehlerhafte ausgleicht – mit Hochachtung seine enorme Geschäftstüchtigkeit erwähnen. Als würde das seine Charakterschwächen ausgleichen. Aus den gleichen Gründen darf der Versicherungsvertreter Carsten Maschmeyer auch noch im Fernsehen auftreten, obwohl er unzählige Existenzen zerstört hat. Darum bewundern viele Elon Musk, obwohl der Mann die emotionale Reife eines trotzigen Vierjährigen besitzt.
Mehr muss man eigentlich nicht wissen, um zu verstehen, was in den westlichen Wohlstandsgesellschaften falsch läuft. Wir spüren doch gerade in unserer Zeit, dass es weniger auf betriebswirtschaftliche Werte ankommen sollte – sondern auf menschliche.
Das musste ich jetzt einfach mal loswerden.