Kann ich vielleicht sogar verstehen. Ich halte den Ansatz allerdings für komplett falsch. Der Krieg ist jetzt und heute und hat die Vernichtung eines Landes als erklärtes Ziel und definiert ein danach. Und das nicht friedlich. Zusätzlich wird ein Machtanspruch deutlich über die bedrohten zwei oder vier Nationen benannt und das ganze mit dem Einsatz von Atomwaffen untermauert.
Diese komplexe Bedrohung weit über ein kleines Territorium hinaus, gab es in der neueren Geschichte so nur durch das Dritte Reich. Die Parallele ist auch, dass das Eingreifen anderer Länder (USA, Kanada, Australien etc.) viele Tote bewirkt hat - mir allerdings ein Leben unter dem Faschismus erspart und in den Jahrzehnten seit 1945 viele Menschen überleben durften, die sonst in den KZs und Gefängnissen ermordet worden wären. Ganz abgesehen davon, was die Wehrmacht in Russland und anderen Ländern noch alles vernichtet hätte.
Zum Zweiten sind Ungerechtigkeiten oder Fehler in der Vergangenheit niemals ein Grund, heute und jetzt Mord und Totschlag nicht zu benennen und zu verurteilen. Oder sich zu wehren oder Menschen zu helfen, sich zu wehren.
Würde sich jemand aus dem Forum vor eine Ukrainerin stellen und ihr erklären, dass man ihr leider nicht helfen könne, da ja die USA in Korea und Vietnam damals auch gekämpft haben und das nicht ausreichend sanktioniert wurde? Oder da die Kurden dahingeschlachtet werden, das müsst ihr verstehen, dürfen wir euch vorher leider nicht helfen...
Ich verstehe einen rein Pazifistischen Ansatz und erst recht die Verzweiflung, das so ein Morden immer noch stattfinden kann. Aber dafür bedarf es doch keiner Relativierung und kein "aber die damals doch auch"!