Hallo Dorothea,
zunächst einmal: es gibt bei Reifen keine Altersbeschränkung, solange sich die Reifen in einem unbeschädigten Zustand ohne Porositäten befinden. Die DOT-Nr. findest Du auf den Reifenflanken, meist aber nur links oder rechts, da sie nur einseitig auf den Reifen steht. Die DOT-Nr. beginnt mit "DOT" und dann folgt eine Zahlen- und Buchstabenfolge. Am Ende steht bei Reifen ab Herstellungsjahr 2000 eine vierstellige Zahl, die sich aus Woche und Jahr zusammensetzt. 1920 heißt bspw. dass der Reifen in der 19. Kalenderwoche 2020 hergestellt wurde. 5208 bedeutet 52. Kalenderwoche (KW) in 2008. Ab den 80ern wurde eine dreistellige Zahl verwendet, die sich wieder aus KW und einstelliger Jahreszahl zusammensetzt. 362 würde in diesem Fall 36. KW aus 1982 bedeuten. In den 90ern gab es immer noch eine dreistellige Zahl, allerdings mit einem nach links ausgerichteten Dreieck am Ende der Zahl. 362◁ wäre demnach aus der 36. KW des Jahres 1992.
Und was das Kurvenverhalten betrifft, behaupte ich jetzt einfach mal ganz dreist, das der Ottonormalfahrer keinen Unterschied zwischen neuen Reifen und Reifen die bspw. 10 Jahre alt sind feststellen kann. Ich habe einen Manta aus 1976, und die Reifengröße ist nicht mehr erhältlich. Ich fahre ihn aktuell mit Fulda Y2000 DOT 377 (ohne Dreieck) aus KW 37/1987. Die Reifen sind unbenutzt (neuwertig darf man das nicht mehr nennen) und wurden dunkel und kühl gelagert. Ich war anfangs vorsichtig und skeptisch, und war positiv überrascht, wie gut der Reifen auf trockener Fahrbahn noch haftet. Und zu meiner Überraschung hat er auch auf regennasser Fahrbahn gute Leistung gezeigt. Andererseits muss ich aber auch sagen, dass relativ neue Reifen (bspw. aus 2012) von Premiumherstellern (z.B. Michelin) in diesem Alter schon Alterungsrisse im Profilgrund aufgewiesen haben.
Zunächst würde ich Dir raten, Deine Reifen mal genau anzusehen, zur Not auch mit der Lupe. Dann würde ich Dir weiter empfehlen, (unabhängig vom Untersuchungsergebnis) ein Fahrsicherheitstraining beim ADAC oder der Verkehrswacht zu buchen. Zunächst ist das erst mal gut investiertes Geld, und es macht auch unheimlich Spaß, bspw. die 360°-Rundumsicht vom Fahrersitz aus, natürlich ohne den Kopf zu bewegen. Ich werde das im Frühjahr meinen beiden Neffen aufzwängen, wenn sie mit dem Führerschein fertig sind. Ich mach selbstverständlich auch wieder mit. Das sollte eigentlich jeder Führerscheinneuling machen müssen. Wo kann man denn sein Fahrzeug mal gefahrlos kreiseln lassen?
Gruß Joachim