Viele Seiten erfuhren wir nichts, das Lindenstraßenensemble gegen die vom Dschungelcamp. Die Guten wie üblich gemein und böse immer mit drei bis fünf Mann (auch mal mit Frau) auf die guten Bösen wie Fuchur oder Manson.
Dann trat eine neue Gestalt auf - Uwe, gleicher Jahrgang und, wie ich gerade nachguckte, gleicher Geburtstag (irgendwie beschleicht mich die Erinnerung, dass es mir schon einmal vor Jahren auffiel), mit einer kurzen, eigentlich zum Nachdenken anregenden Sentenz für unsere bösen Guten. Der V11 Einwand steht zwar meiner Beurteilung der Lage entgegen, es gibt für mich aber keinen Zweifel, dass solche Nuancen, selbst wenn es sich nur um sprachliche Aufmerksamkeit handelt, immer ihre Berechtigung haben.
Dann bläst Zudröhn zu einer Fanfarenmelodie, den politischen Evergreen, "Geht doch in den Osten", aus alten BRD-Tagen spiegelreflexartig umgewandelt
Zitat:
"Ihr seid noch nicht los, wie soll Moskau da unterworfen werden mit so unmotivierten Menschen wie euch?
Seit einem Jahr im warmen Kämmerlein labern und dicke Hose vorgaukeln aber nichts dahinter.
So wird das nix mit eurem Endsieg!"
Einige Seiten später lässt sich die rhetorische "Elite" (nicht im Vergleich zu Steinkult, sondern Menschen, die im weitesten Sinne zu den Erwerbstätigen in leicht gehobener Stellung. Wackre Frühaufsteher, alltagstauglich, verlässlich, meinetwegen gar mit akademischen Hintergrund - allerdings nicht aus den Geisteswissenschaften. Ihr Rambo Silvester - gehört nicht zu den Formulierungskünstlern, kam gar mit dem "Holocaust" um die Ecke, die Feingeister aus dem gut-bösen literarischen Salon pickten sich den "Endsieg" heraus und entrüsteten sich über diesen Nazivergleich.
Wir wissen, die Umstände öffentlicher Kommunikation haben sich verschärft, man hat ständig das Gefühl, in eine Falle zu laufen oder in eine Falle gelockt zu werden, von überall lauernden Wächtern auf Reizworte gescannt zu werden und bei Bedarf vergangene scheinbare Missetaten vorgehalten zu bekommen, gleich ob man sie begangen hat oder nicht.
Wie kann man so ohne jedes Talent für Sprache sein? Nein, das vermag niemand. Es handelt sich hier um das Missverstehen wollen aus Bösartigkeit, die in ihrem Reinheitsgebot, weltweit nur noch in der deutschen Brauereikunst vorzufinden ist - das Böse an sich.
Da steht nicht: "Für den Endsieg", sondern "so wird das nix mit eurem", also "x" Zaunphahlironie - Zudröhn, baue besser eine Mauer, damit sie deine letzten Pointen erst gar nicht sehen - dann noch negiert, im Nazioriginal völlig anders gemeint. Außerdem hat die ironische Aussage über den Endsieg einen Bezug zu den Sätzen, die da drüber stehen - aber halten wir inne, vor soviel Notdurftphilologie. Dieses Getue und Beleidigtsein stinkt zum Himmel.
PS: Dem "I put a spell on you" von Manson (ein Sprachreflex, eine filmische Mordfantasie, wie sie jeder von uns im Autoverkehr mindestens ein Duzend Mal am Tag hat) ging eine penetrante Gemeinheit voraus. Manson arbeitet, außerdem kann er eine Menge, z.B. völlig darniederliegende XM auf seinen Trailer bekommen, oder Gasanlagen bauen, Autos reparieren. Viele Jahre war er selbständig. Der Staat überlastet solche unabhängige Karrieren gerne. Ich kann verstehen, wenn jemand für eine bestimmte Zeit die "Faxen dicke hat". Die Penetranz mit der auf eine bestimmte Periode immer wieder von den bösesten der Bösen (etwa meinem Seelenverwandten, dem JörgTe, und, ich habe das neulich falsch geschrieben, mit mir durchgehend gleicher Meinung, aber eben so schrecklich, so lächerlich evangelisch. Die Klammer lass ich auf, soll er sich deshalb die ganze Nacht im Bett wälzen!