Logisch. Nichts zu sagen, wäre, wenn man Täter ist, ja auch naheliegender, als Putins Tod zu feiern. Da würde man ja das Motiv auf dem Silbertablett servieren. Selbst dann nicht schlau, wenn dieses Motiv die halbe Welt teilt. Man würde ja als Täter anstreben, zur anderen Hälfte gezählt zu werden.
Was sagst Du einem, der das Pech hatte, auf dem Fussgängerstreifen überfahren zu werden, oder im ÖPNV an einem Herzinfarkt stirbt? Lass den totgefahrenen Fussgänger ein Jogger sein, der was für seine Gesundheit tat damit, und den OPNV-Herzinfarktler einen, der seinen Stickoxyd emittierenden Diesel verkaufte, um was für bessere Stadtluft zu tun.
Kann halt alles passieren. Ich sehe da keine individuelle Tragik, sondern einfach die Fratze des Zufalls.
Genauso wie im eigenen Leben: Ich bin behindert geboren. Das wird nicht deshalb weniger schlimm, weil daran niemand Schuld hat, und es wäre weder besser noch schlechter zu ertragen, wenn jemand schuld hätte, denn all das ändert nichts daran, was das für mein Leben bedeutet. Es ist nur so, dass ein gewisser Anteil der Menschheit mein Schicksal teilt, und von denen bin ich einer im glücklicheren Viertel, weil der gleiche Vorgang auch noch viel schlimmere Auswirkungen hätte haben können, und in meinem Fall in der Mehrzahl der Fälle hat.
Wer an einer Medikamentennebenwirkung stirbt, ist nicht weniger Opfer einer "natürlichen Auslese", als der, der unbehandelt stirbt. Man vergisst immer wieder, dass die Natur ein unbewusstes, auf Physik und Chemie und Wahrscheinlichkeiten beruhendes System ist, und es die Natur als handelndes Subjekt nur sprachlich gibt. Die natürliche Auslese ist weitestgehend zufällig. Denn selbst, wer an sich lebensfit genug wäre, kann immer noch das Pech haben, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein. Und dann heisst es ja nicht, dass der Stärkste überlebt, sondern manchmal auch einfach der zäheste oder der am besten an eine (zufällig angetroffene) Situation angepasste.
Ob ein springender Lachs sein Laichgebiet erreicht und sich fortpflanzt, oder auf dem Weg dahin von einem Bären gefangen und gefressen wird, hängt nicht nur von der Fitness des Fisches ab, sondern auch davon, ob er schlicht das Pech hat, genau da hin zu schwimmen, wo der Bär im Fluss hockt, und dann auch noch neben dem grundsätzlichen Geschick, das Quäntchen Glück hat, genau diesen Lachs zu fangen, und nicht den davor, den danach oder den übernächsten.
p.s.: Dass der Tod dessen, der an Impfnebenwirkungen starb, durch Nichtimpfen zu vermeiden gewesen wäre, ist keine zutreffende Aussage. Zutreffend ist lediglich, dass der dann an der Impfung nicht gestorben wäre. Dass er als Ungeimpfter an eben der Krankheit verstürbe, gegen die er durch die Impung geschützt worden wäre, hätte er die überlebt, ist genauso möglich, wie jede andere Todesursache ausser der Impfung, oder sein Überleben. Und wenn einer an der Impfung schon stirbt, zumal an einer, die gar keine Krankheitserreger enthält, also auch keine geschwächten oder toten solchen, dann gibt es eine gewisse erhöhte statistische Wahrscheinlichkeit, dass er an der Krankheit selber ungeimpft erst recht gestorben wäre. Einzig, der Krankheit lebenslang aus dem Weg gehen zu können, wäre dann wirklich sicherer als die Impfung. Bei Covid geht die Realisierbarkeit dieses Szenarios mit zunehmender Überlebensdauer ohne Impfung und Infektion asymptotisch gegen null.