Ich mache mich wahrscheinlich gleich zur ganz grossen Zielscheibe. Dennoch erlaube ich mir die Frage, warum Autofahren spass machen muss.
Es geht um (die umweltschädigendste!) motorisierte Fortbewegung, die man auf dem Landweg haben kann. Wenn Du die Leute von Fridays for Future oder die von der letzten Generation fragst, dann muss das keinen Spass machen.
Primär sind das Transportaufgaben, die zu bewältigen sind. Der Spass - wenns denn einer ist - liegt darin, sich ohne wesentliche körperliche Anstrengung relativ mühelos über grosse Distanzen fortbewegen zu können. Glaub das einem Gehbehinderten: Es ist relativ egal, ob man auf dem Mofa sitzt und sich mit 30km/h fortbewegt, oder im Auto mit 100km/h, solange man nichts weiter tun muss dafür, als für Energievorrat zu sorgen und den Gashebel zu betätigen.
Gerade, wenn man - im wesentlichen ohne eigenes Verschulden - eben nicht die Wahl hat, ob man eine 15km-Strecke per pedes oder Zweirad zurücklegt, oder doch den Luxus eines PKW in Anspruch nimmt, hängt der Spass dabei zu allerletzt von der Geschwindigkeit ab.
Zur Verbrauchsdiskussion: Wenn ich das recht erinnere, kam ich mit dem C1 (sensodrive, denn anders kann ich nicht) auf Langstrecke regelmässig auf um die 4.5 bis 4.6l Benzin. Klar, das war dann anstrengend, zum Beispiel 1'000km so sparsam zu fahren, weil noch nicht einmal ein Tempomat oder ne Start-Stopp-Automatik dabei half. Das hängt ja aber vom Fahrzeug ab. Man kann mit wenig Aufwand Fahrzeuge so bauen, dass sie fast ohne Anstrengung sparsam zu fahren sind. Man braucht für eine Start-Stopp-Automatik auch weder einen Mild-Hybrid (der in der Wartung ein Schweinegeld kost und eine Starterbatterie nach der anderen killt, weil die nur im Schubbetrieb geladen wird... woran eigentlich aber die Start-Stopp-Automatik gar nicht schuld ist) noch eine AGM-Batterie. An sich würde es reichen, einfach nur einen normalen Anlasser so zu bauen, dass er nicht nach 100'000km Normalbetrieb aufm letzten Zacken läuft. Das beweisen Nachrüstungen seit den achziger Jahren.
Interessant ist nämlich, dass es Automarken gibt, wo die Anlasser einfach so alt werden, wie das Auto, einigermassen egal, wie oft sie benutzt werden, solange es vielleicht nicht gerade ein Prospekteverteiler ist, der an jedem Briefkasten den Motor aus und dann wieder an macht. Und es gibt andere, auffällig oft aber nicht ausschliesslich deutsche Marken, da drehen die Fahrer nach jahrzehnten der Konditionierung auf unterdimensionierte Mechanik schon beim Gedanken am Rad, eine Start-Stopp-Automatik nicht nur in der blossen Existenz erdulden zu müssen, sondern die auch noch machen lassen zu müssen.
Interessant: Obwohl leer schwerer als der C1 voll beladen, kommt der Prius, völlig ohne dass der Fahrer auch nur mitdenken müsste, bei gleicher Fahrweise wie mit dem C1 auf Langstrecken eigentlich immer auf die >4.5l/100km. Auf die Strecke Luzern - Leipzig (bei 43l-Tank mit einer Tankfüllung bewältigt, und es war noch was übrig) zeigte der Bordcomputer sogar mal nur noch 3.7l/100km, bzw. 3.6l/100km auf dem Rückweg. Das sind weniger als 4l ausgelitert, und mehr, als einfach konsequent auf der rechten Spur zu fahren und nicht schneller als 100km/h (nach Navi, nicht nach Tacho) hab ich nicht gemacht. Meist auf Tempomat, und es war sogar Stau dabei. Leiser als im C1 war das auch noch. Das ist kein Diesel, und es geht auch keine Kupplung und kein Anlasser kaputt. Fairerweise sei gesagt, es waren Sommerreifen drauf. Winterreifen brauchen ein, zwei Zehntelliter mehr. Allerdings auch da: Wo runderneuerte Reifen 0.5l Mehrverbrauch bedeuteten bei der konventionellen Automatik mit ultra leichtem und kleinem Auto, da ists beim Hybrid noch die Hälfte... obschon die Reifen auch nicht besser geworden sind. nimmt man Neureifen, merkt man schon quasi nur noch Tiefe Aussentemperaturen, die aber auf Langstrecke kaum ins Gewicht fallen.