Es gibt beim Auto eben die Aufteilung in Fixkosten und Wegekosten. Wenn Du aus irgendeinem Grund ein Auto anschaffst, dann ist es nunmal vorhanden, und Du hast die Fixkosten zu zahlen, egal ob Du 100 oder 100 000 km im Jahr fährst. In dieser Situation rechnest Du logischerweise nur noch die Wegekosten, wenn Du für einzelne Fahrten vergleichst, ob Du jetzt den Zug oder das bereits vorhandene Auto nimmst. Auch eine Monats-/Jahreskarte für die Öffis kann teurer sein, als mit dem Auto zu pendeln, wenn Du das Auto zwar nicht mehr zum Pendeln brauchst, aus anderen Gründen aber doch nicht komplett abschaffen kannst.
Und jetzt kommt mir bitte nicht mit Carsharing. Das ist zum einen sowieso nur für einen ziemlich eingeschränkten Nutzerkreis überhaupt eine Option, weil die Autos fast nur in größeren Städten verfügbar sind, und zum anderen längst nicht so flexibel wie in der Theorie. Da sind Taxi für Kurzstrecke und Mietwagen für Langstrecke fast die sinnvolleren Alternativen, wenn man wirklich nur fünf- bis zehnmal im Jahr auf ein Auto angewiesen ist.
Fixkosten sind Steuern und regelmäßige Gebühren für HU, Anwohnerparken/Stellplatzmiete, für Alpenländer Vignette/Pickerl und dergleichen, sowie der größere Teil des Wertverlusts und der Versicherungsprämien.
Wegekosten sind Antriebsenergie, Verschleißteile, anlaßbezogene Straßennutzungs- und Parkgebühren, ein geringerer Anteil des Wertverlusts sowie die Aufschläge der Versicherung für höhere Jahresfahrleistungen. Meinetwegen auch Sanifair-Bons, weil man im ICE kostenlos pinkeln darf.
Grauzonen sind Pflege (Auto wird auch beim Rumstehen dreckig, aber weniger als wenn es jeden Tag bewegt wird) und Service (wird entweder alle x km oder y Jahre fällig, je nach dem, welche Grenze zuerst erreicht wird). Auch außerplanmäßige Reparaturkosten sind nicht immer einfach einzuordnen: Verliert meine Karre jetzt LHM, weil irgendwas vom vielen Rumfahren ausgeleiert ist, oder weil es einfach nur alt ist, oder gar Materialermüdung durch zu langes Herumstehen?