Nee! Die dürfen da, wo der Ami auch darf, nämlich nur sechzig.
Die nie gebraucht wurde. Jedenfalls nicht bis zum August 2016. Und das, obwohl er nochmal zwanzig Stundenkilometer langsamer ist als ein Ami.
1979 hab' ich, weil ich da dann durfte, angefangen, die Deutz-Schlepper von Bad Hersfeld nach Eitra zu überführen. Die kamen ebendort per Bahn an und mussten ja irgendwie zum Händler, der mein Vater damals war. Ich kann mich an Überführungen von Hünfeld aus erinnern; auch an Mähdrescher und Maishäcksler. Alles B27 und nirgends ein Stück Kraftfahrstraße. Übrigens genau das Teilstück der B27, das alle (lies: wirklich und verdammt nochmal alle) LKWs nutzten, um die Kasseler Berge, die gar nichts mit Kassel zu tun haben, sondern mit dem Knüll, zu umfahren. Von Süden her kommend bei Fulda auf die 27 und bei Northeim wieder auf die A7 und umgekehrt. Wenn ich also genügend LKWs eingesammelt hatte, so um die sieben, acht bis zehn Stück, bin ich rechts raus: Mal auf'n Parkplatz, mal in 'nen Feldweg, in Oberhaun, Unterhaun, Burghaun auf 'ne Tankstelle oder durch Wehrda/Neukirchen durch, anstatt die Umgehung zu nehmen, die die 27 war und immer noch ist. Ich würde mir, und jetzt komm' ich endlich zum Punkt, so'n Ausweichmanöver in meiner grenzenlosen Güte heute auch noch zutrauen. Vielleicht sogar schon bei fünf eingesammelten LKWs. Altersmilde wie ich nun mal bin — geworden bin. Räusper.
Die gibt's so ausgeprägt nur bei uns. Hat in Holland schon mal jemand 'n Radfahrer mit Helm gesehen? Also einen, der kein Tourist ist? Eben! In Indien wird der Aluguss in Sandalen erledigt. Passt. Von meinem Lehrmeister hätt' ich eine gefangen, wenn ich beim Schmieden Handschuhe angehabt hätte. Jaja, is' alles besser heute, aber man kann's auch übertreiben. No risk - no fun!