Ich bin bei Beiträgen von gewissen Usern ja etwas kritisch. So auch bei diesem Thema, das hier ohne erkennbaren Anlass eingeworfen wurde. Von einem, der das gern so macht. Gern zu unwichtigen Themen, die irgendwas mit der Genderdebatte zu tun haben.
Es ist nun mal gesellschaftliche Realität, dass die gesellschaftlichen Rollen von Frauen und Männern nicht gleich sind. Solange Männer nicht selber Kinder gebären, bleibt das auch so.
Worum es gehen sollte, ist nicht dieser Unterschied. Der ist gesund, wenn auch meist überbetont. Worum es gehen sollte, ist die Gleichberechtigung der Geschlechter, und da sind wir im "bösen" Westen um Längen weiter als etwa in Russland, wo man den Westen genau dafür, und für die mittlerweile doch zunehmende Offenheit gegenüber den Geschlechterrollen so gern und ausführlich kritisiert. Es gibt im Rahmen von Putins hybrider Kriegsführung in jedem Forum, in dem das irgendwie geht, ein paar Russophile, die das Thema anschneiden und in der linken Hälfte der Gesellschaft auf Resonanz stossen. Alles, was gesellschaftlich für Friktion sorgt und potentiell Zentrifugalkraft entwickelt, ist dazu recht. Die Genderdebatte wurde ja nicht zufällig von einer gewissen Frau Wagenknecht prominent platziert, etwa zu dem Zeitpunkt, als noch nicht ganz klar war, wie der Westen - und ob geschlossen oder nicht - Auf den russischen Überfall auf die Ukraine reagiert.
Was Filme angeht: Die sind immer Kinder ihrer Zeit. Und sie sind ein Geschäft. Man verdient nun mal am besten Geld, wenn man nicht um jeden Preis das auf die Leinwand bringt, was umstritten ist. Das kann auch mal funktionieren, aber gerade die grossen Studios sind nicht dazu da, Kontroversen zu beffeuern. Sie sind noch nicht einmal bevorzugt politisch. Die machen des öfteren, was Geldgeber wollen. Und bei US-Filmen hat da öfter mal das Militär die Finger mit drin. Nicht, weil die Geld geben, aber weil man mal hier und da einen Stützpunkt günstig fürn Dreh nutzen kann, oder weil man Fahrzeuge gestellt kriegt oder was auch immer. Das ist einfach nicht das Umfeld, um gross Propaganda für emanzipatorische Anliegen zu machen. Genauso wenig, wie der arrivierte Geldadel, der immer mal wieder als Produzenten oder Coproduzenten auftritt.
Und letztlich sind die meisten Filme auch nicht mit dem Anliegen gemacht, was für die Sache der Frauen zu tun. Sie sollen unterhalten. Zeigen heile Welt. Nicht das wahre Leben. Haben mit dem Leben etwa soviel gemein, wie die Welt von Barbie. Eben dieser Film kann meinetwegen die ironische Ausnahme sein. Wohl aber auch weniger, weil man Geschlechterrollen aufbrechen will, als vielmehr diese zuckersüsse Rosawelt halt gewisses Unterhaltungspotential noch in der Ironisierung hergibt. - Ich hab ihn nicht gesehen, aber meine Nichte, noch unter 20, fand den ganz lustig.
Ihrer kleinen Schwester - meinem Patenkind - versuche ich durchaus mehr mitzugeben, als das typische Rollenbild hergibt. Ich komme da aber nicht gegen die Mutter an, die doch sehr drauf achtet, dass ihr Mädchen dann doch gefälligst beim Rosa bleibt, und auch ja nicht etwa zu wenig mit Puppen spielt. Da kannste Spielzeugautos dagegen setzen, soviel Du willst. Und es wär ne absolute Katastrophe, wenn das Kind vor Ende der obligatorischen Schulzeit wüsste, wie rum man eine Schraube löst oder anzieht.
Nicht für mich. Ich hätt mir die Sorte Freundin immer gewünscht... und fände es auch ganz hilfreich, wenn nicht jeder Handgriff, der über die blosse Benutzung von Haushaltsgeräten hinaus geht, am Mann hängen bliebe. - Ich fände das in bestem Aiwangerschem Zeterton (als Hinweis, wie wenig ernst ich das selber nehme; das für die im Textverständnis, gemessen an ihrer diesbezüglichen Fähigkeit allzu sicheren --> Dunning-Kruger) ungerecht, wenn Männer zwar kochen und waschen können müssten, Frauen jedoch den Gebrauch von Schraubenschlüssel, Rohrzange und Co. rundweg ablehnen dürften.