Ich würde da nicht von der vorgedruckten Datumsangabe ausgehen, wenn es keine Hinweise gibt, dass die zuverlässig ist. Ich führe auch seit ner Weile handschriftlich (so kanns keiner klauen, ohne dass ichs merke) Tagebuch. Ich würde da schreiben, bis der Eintrag fertig ist. Papier ist Papier, unabhängig vom Vordruck. Jedenfalls, wenn man Kalender verwendet. Ich nehme Notizpapier und Trage das Datum von Hand ein. Wird dann gebunden.
Gelesen hab ich das noch nicht, Handschrift lesen will Weile haben. Ich bin zudem etwas verwundert, dass die Schrift quasi den heutigen Gewohnheiten entspricht. Eigentlich hätte ich bei jemandem, der in den 1920er-Jahren oder davor schreiben lernte, erwartet, dass man der Handschrift zumindest noch deutliche Reste von Korrentschrift ansieht. Jedenfalls war das bei meiner Grossmutter zeitlebens so, und die hatte 1911er-Jahrgang.
Irgendwann hatte ich mal die Idee, Korrent zu lernen und das für Notizen und das Tagebuch zu verwenden, aber meine Finger sind so ungelenk, dass ich nicht ohne weiteres ein neues Alphabet lerne, jedenfalls nicht schnell genug, um nicht frustriert zu werden... und dann gehts ja auch noch langsamer. Was man oben sieht, ist ja schon wieder modern, abgesehen von den Bögen überm u, die noch von der Korrentschrift übrig sind.
Ich weiss zwar, dass Unterrichtsgepflogenheiten Regional unterschiedlich waren, aber mich wundert die Schrift. Sicher, dass das 1939 geschrieben wurde, und nicht später? Eigentlich hätte ich in der Zeit Korrent erwartet. Die war als gepflegte Handschrift im dt. Sprachraum seit dem letzten viertel des 19. Jh. bis in die 1920er-Jahre üblich. Zeitlich nicht überall gleich lang...
Man sieht der Handschrift aber an, dass sie deutsch ist und nicht etwa der Schreiber aus dem angelsächsischen Sprachraum stammt (Wo Korrent nie üblich war, man aber heute noch bestimmte Buchstaben anders schreibt als hier üblich, wenn man denn "Cursive" schreibt, also Schnurschrift).
p.s.: Der Text ist echt aus der Zeit. Nun hab ich fertig gelesen, und Reste von Korrentschrift entdeckt, wenn auch weniger als erwartet.
p.p.s.: Schöne Italic-Feder übrigens, die da verwendet wurde. Sieht man heute nur noch bei Handschrift-Enthusiasten. Heute hat man sonst fast nur noch Gleichzugfedern.