Schwedisch: Die einzige Änderung, die sich langsam durchsetzt, ist ein neues, geschlechtsneutrales Personalpronomen für die 3. Person singular: hen. Vorher gab es nur han (er) und hon (sie) für Personen; das sprachliche Neutrum det wird nur für Sachen verwendet.
Angestoßen wurde hen auch aus der Richtung von Menschen, die sich nicht eindeutig als Männlein oder Weiblein definieren. Der Clou aber ist, daß es auch eine willkommene sprachliche Abkürzung darstellt, wenn man eine 3. Person beschreibt, und dabei das Geschlecht entweder unklar oder egal ist. Es ist einfacher, hen zu sagen, als das vorher oft bemühte han eller hon (er oder sie). Mir persönlich gefällt das neue Kunstwort nicht so, weil ich bei Sprache eher Traditionalist bin (hier wurde z.B. vor 15 Jahren das Vaterunser modernisiert, für mich ist sowas eine gruselige Anpassung an den Zeitgeist) - aber ich muß eingestehen, daß in diesem Fall der Nutzen größer ist als der Schaden.
Dann gibt es noch ein paar alte Begriffe wie z.B. tjänsteman (öffentlich Angestellter), für die versucht wird, neutrale Formulierungen zu finden, also hier z.B. tjänsteperson. Wo das ohne sprachliche Verrenkungen funktioniert, wird es oft gemacht. Wo es die Sprache nur verkomplizieren würde, wird es nicht gemacht.
Auch ansonsten gibt es eine lebhafte Debatte um Genderfragen, nur die Sprache ist davon sehr wenig betroffen, weil die Grammatik schon größtenteils geschlechtsneutral aufgebaut ist. Umgekehrt gibt es auch Eigenheiten wie z.B., daß der Mensch im Schwedischen grundsätzlich erstmal weiblich ist, människa, und wenn dafür nochmal ein Personalpronomen benötigt wird, ist das ganz selbstverständlich hon. Auch da hat sich zum Glück noch nie ein han drüber beklagt, zumindest keiner mit Reichweite 🙂