kannst uns ja mal in irgendeiner deiner Geisterstunden davon erzählen ..............
Otto war wie ich ein Tausendsassa, also er konnte alles, Gitarre spielen, tanzen, rennen, Theater spielen, aber nichts richtig. Nebenbei bemerkt, Otto bewegte sich in seinen Filmen https://www.lyrikline.org/de/gedichte/ach-2431genau so, wie ich Fußball spielte - man nannte mich "die Gazelle". Aber davon wollte ich eigentlich nicht erzählen, sondern von seiner Aufschneiderei und dem Hang "sich mit anderen Federn zu schmücken. Philister nennten das Plagiat, ich nenne es schlicht "Wissen". So sagte "Otto" einmal flapsig (wenn Steinkult das tut, läuft das unter Nonchalance): "Lieber Gott, nimm es hin, dass ich etwas Besonderes bin." Nun, eine Devise, die mir nicht ferne steht (also nicht, dass ich ihr nahe stünde, der Gedanke steht mir nahe, ich bin also unschuldig). Sprüche klopfen konnte Otto, aber sie reimen - kaum.
Der Spruch stammte von Robert Gernhardt, der daraufhin jedoch nicht den Otto verklagte oder gar verdammte, sondern ihn als "seinen Sechser im Lotto" erkannte und sich als Blödelbarde und Ghostwriter bei Otto Waalkes verdingte.
Kleiner Einschub, ich bin seit über zehn Jahren heute zum erstenmal ohne XM, der Tag ging soweit (im Sinne von: ging so gerade dran vorbei, an der Katastrophe) aber die Nacht werde ich unmöglich durchschlafen können. Wenn etwas in dir stirbt, dann denke ich immer an Robert Gernhardt und Heiner Müller, die angesichts des sicheren Todes, die größtmögliche Würde, die Gelassenheit und den Humor zeigten, der menschenmöglich ist.
https://www.lyrikline.org/de/gedichte/ach-2431
https://www.lyrikline.org/de/gedichte/eine-episode-der-ostdeutschen-literaturgeschichte-15598
**HD**, der eigentliche Ghostwriter war aber nicht der Gernhardt, der hatte zuviel zu tun, aber der Gernhardt schrieb bei dem Satiremagazin "Titanic" zusammen mit einem Typen, der mir noch wesensverwandter ist, als alle zuvor genannten, allein schon durch seinen Berufswunsch, der exakt dem meinem entsprach: "Irgendetwas mit "spät aufstehen". Seiner Mutter grauste davor, der Gernhardt aber schrieb ihr einen persönlichen Brief, sie solle sich keine Sorgen machen, aus ihrem Jungen "werde noch etwas", auch als Redakteur und Schriftsteller.
Der Junge heißt Bernd Eilert, ich könnt fast glauben, der wurde geformt aus meiner Rippe - wenn er nicht auch ein Mann und zudem vor mir geboren wurde.
https://www.ardaudiothek.de/episode/im-gespraech-deutschlandfunk-kultur/titanic-autor-eilert-von-der-kanzler-birne-bis-zonen-gaby-im-glueck/deutschlandfunk-kultur/12967923/