Da kann man das Kühlwasser aus dem Block lassen, Joachim. Wenn du da dran warst, lieber mit neuer Abdichtung wieder einschrauben.
Frontmaske, Kabelage trennen:
Rechts: die zwei Steckerlein entriegeln, Massekabel abschrauben.
Links: Massekabel abschrauben, ABS-Relais und Sicherungshalter für Ventilatoren abklipsen, großen runden Steckverbinder trennen, ein paar Stecker aus dem Sicherungskasten ziehen. Und bei Tempomat die zwei Kabel unten an der Pumpe abstecken. Und bei Automatik das Anlasser-Sperrelais abstecken, Sockel aus Halter drehen, und die eine einpolige Steckverbindung in der Nähe des Relaissockel trennen.
Um Platz zu machen, wenn man fette Pranken hat: Alle Befestigungsschrauben ausbauen. Kühlerpakethaltefedern ausklipsen, Frontmaske ein paar cm nach vorne ziehen (zum Fixieren die Halteschrauben derweil mit der Hand ein Löchel weiter vorn bisschen reindrehen).
Ich musste aber schmunzeln. Bei meiner ersten Frontmaskendemontage hab ich auch die Kabel von der Maske abgepult.
Behälter füllen bis Schwimmer oben anschlägt. Und dann noch ein guten Schluck dazukippen.
Druckablaßschraube offen. Motor starten. Erstmal eine rauchen. Lenkung paarmal links+rechts bis Anschlag lenken.
Druckablaßschraube schließen. Fahrzeug auf Räder abstellen. Zwei, drei Kniebeugen machen. Bei der ersten Stellung auf Maximalhöhe den Füllstand beobachten und ggf ergänzen.
Dann Fahrzeug ausheben, Räder ab, Bremse entlüften. Vorher ABS-Block per Diagnosegerät entflüften. Dann an den Rädern. Alternativ zum Diagnosegerät auf Feldweg fahren und ein paar Bremsungen mit ABS machen. Wenn danach Auffälligkeiten festgestellt werden (verzögerte Bremswirkung=Luft vorn oder sich hebender Hintern=Luft hinten), nochmal Bremse entlüften.
Danach Füllstand LHM erneut einstellen.
"Kniebeugen" gehen notfalls auch auf der Bühne hängend, aber: vorne wird so gern kein Druck aufgebaut, da muss man also mit nem Kantholz nachhelfen und selbst so bekommt man den vollen Druck vorne oft nicht hin. Ich mach es aber dennoch oft so, damit ich nicht zehnmal die Räder an- und abbauen muss.
Müsste beim ES9J4 auch ohne gehen, macht aber keinen Spaß. Colaflasche, Gewinde solange mit (selbstverschweißendem) Klebeband umwickeln bis es passt.
Entlüften: Zuleitung zum Heizungswärmetauscher, Kühler, Thermostat (nicht zu fest anschrauben, sonst ab).
Flasche füllen. Alle Schrauben der Reihe nach öffnen und zuschrauben wenn Kühlmittel kommt. Flasche dabei gefüllt halten. Motor an, Klima aus, ~2000 rpm einstellen. Wenn Motor wärmer wird, probier ich nochmal alle Entlüftungsschrauben, und wenn die Ventilatoren das erste mal einsetzen und wieder abgeschaltet haben, nochmal. Bei Bedarf Flasche nachfüllen.
Dann Motor abstellen und ne gute Weile abkühlen lassen. Für die Colaflasche hab ich dann noch einen ollen Weinkorken an einem stabilen Draht aufgepiekst. So kann man die Flasche mit Restflüssigkeit abnehmen, ohne Kühlmittel zu versauen.
Beim ersten Warmlaufzyklus beobachte ich die Motortemperatur im Cockpit und vergleiche mit den per Diagnose ausgelesenen Werten sowie mit IR-Thermometer am Thermostatrohr gemessen.
Ich prüfe auch in dem Zusammenhang die Funktion des Kühlmittelstand-Sensors. Dazu muss aber der Motor laufen. Sprich, das mach ich dann wenn ich nach Abschluß der Entlüftungsarbeiten den Motor habe abkühlen lassen, bevor ich zur ersten Probefahrt aufbreche.
Gruß,
Michael