Moin Michael,
Ich mach Kartoffeln in dem Umfang seit 2019 und hab bisher auch keine Erfahrung mit Kupfer, den trockennen Jahren geschuldet. Und ja, ich gebe dir Recht, dass das ein Beispiel ist, wo der Ökolandbau etwas dogmatisch ist, da Kupferverbindungen"natürlich" sind und aber Synthetische Fungizide, die sich abbauen, nicht...egal, bei Kupfer sehe ich auf meinem Boden kein Problem, zum Glück. Die Aufwandmengen wurden mir als ausreichend beschrieben und ich habe dann natürlich auch noch Luft für weitere Anwendungen. Zu Kartoffelkäfern sind mir keine Feinde bekannt, leider. Absammeln der Käfer + Neemöl gegen die Larven (das wirkt nur gegen die Larven stadium L1-L3) scheint mit das beste zu sein, novodor gibts auch noch, schadet aber auch Nützlingen.
Bisher waren die Jahre trocken, seit Juli letzten Jahres ist das anders. Letztes Jahr war die Ertragsbildung schon quasi abgeschlossen, als die Phytophtora innerhalb weniger Tage alles platt gemacht hat. Ich habe die Reste dann runter gemulcht, damit die Knollen Schalenfestigkeit erreichen
Zum Glück wurden die Knollen nicht infiziert und es gab zur Ernte Anfang September trockenes Wetter.
Fruchtfolge: Ich habe immer vor Kartoffeln Ölrettich bzw. Ölrettich haltige Mischungen. Ich mache das zwischen den Obst- und Nussbäumen und ausser Kartoffeln und Zwischenfrucht gibt es nur Gemüse, welches dann nach Kartoffeln kommt. Dazwischen Kleegras oder Wickroggen zwecks stickstofffixierung. Dieses Jahr wurde die Ölrettichmischung auch von Schafen abgeweidet.
Bisher war ich immer bestrebt die Kartoffeln in Minimalbodenbearbeitung anzubauen. Aber das hat sich nicht bewährt, da holt man sich nur Schorf, Rhyzoctonia usw rein, da die an Pflanzenresten haften...ich hab mir einen alten Beetpflug gekauft und dieses Jahr wurde gepflügt.
Mulchen ist so eine Sache...ja, ich sehe den Sinn. Ich häufele aber gerne sehr spät nochmal an, wegen Unkraut. Tage dannach ist dann der Bestand aber auch zu dicht um da noch karrenweise rasenschnitt zu verteilen und in dem Moment ist bei einem gut versorgten bestand auch das Unkrautproblem vorerst vorbei. Ja, der Mulch mag helfen,die bodenbürtigen Pilze bei Regen nicht hochzuschleudern, sorgt aber auch für ein feuchteres Mikroklima und dieses Jahr hätte es noch Probleme mit Schnecken gegeben und Grndsätzlich kämpfe ich eh mit Wühlmäusen. Ich denke in trockenen Jahren sind diese alternativen Methoden gut, in Jahren wie diesen (oder wie sie früher normal waren) dann doch nicht.