Das wurde schon vor 50 Jahren gesagt, als der CX raus kam. Es gab bei Citroën auch mal ne Zeit als es nur Kleinwagen (2CV) und obere Mittelklasse (DS) gab. Alle die was dazwischen haben wollten gingen zur Konkurenz.
Je nach Modell wirklich schlecht.
Wobei man dabei ehrlich sein muß, daß es diese Aussagen min. schon seit den 50ern gibt (außer das mit China). Vieles was heute in verklärter Vergangenheitserinnerung erzählt wird, hat damals durchaus sehr viel Kritik einstecken müssen.
Der heute hochgelobte skurille Ami6 hat gespalten: manche fanden ihn wunderschön und andere fanden ihn grauenvoll - meine Mutter spricht gar vom "Albtraum meiner Kindheit". Auch die Formen von SM umd DS (vorne breit, hinten schmal) waren nicht jedermans Sache. Und es war auch schon immer so, daß Citroën-Fans den alten Modellen hinterher trauerten. So gab es zur Einführung der DS einige, die fest an den TA glaubten und sich nicht so ein neues kompliziertes technologieüberladenes Fahrzeug wie die DS kaufen wollten. Ergebnis war, daß Citroën den abgespeckten ID hinterher schob.
So zieht sich das durch alle Jahrzehnte. Beim BX wurde auch schon das Ende von Citroën verkündet. Der recht konventionell geformte Xantia war das grauen einiger Fans - heute gilt der Xantia (neben dem Berlingo1) zu den zuverlässigsten Citroën-Modellen, die jemals vom Band liefen - selbst eine deutsche Oldtimerzeitschrift schrieb, daß er überdurchschnittlich gut ist.
Innovative Lösungen gibt es bei Citroën bis zum heutigen Tag - zum Teil werden vermeintlich vergessene Lösungen von damals wieder eingebaut.
Technologieführerschaft - naja - meist hat Citroën schon bestehendes weiterentwickelt und dann miteinander kombiniert - und dann und wann auch verkompliziert. Ja, es gibt die hydropneumatische Federung, die Ausgleichsfederung, das Hydractiv, und Activa, CAC - ja, beim Fahrwerk war Citroën wirklich in der Technologieführerschaft. Auch in der Erfindung neuer Fahrzeugklassen (beim Berlingo oder Pluriel z.B.) war Citroën vorne dabei. Aber was gerne vergessen wird, ist, daß es so Innovationen wie z.B. Fließbandherstellung, Ganzstahlkarosserien, Kurvenlicht und andere Dinge, keine Innovationen von Citroën waren - das hat es alles schon vorher gegeben. Citroën hat diese Dinge auf ihre Art weiter entwickelt.
Die Kombination von allem, macht einen Citroën aus: verschiedene Lösungen mixen, citroëntypisch weiterentwickeln und das alles in eine Karosserie verpacken, die interessante Designelemete hat. Und beim Design ist das Dilemma, daß Autos nur verkauft werden, die nicht zu sehr anecken. Vom Cactus 1 wurden weltweit nur rund 133.000 Exemplare gebaut! Der überarbeitete gefälligere Cactus2 konnte in Europa auch nicht richtig Fuß fassen, ist aber in Süd-Amerika seit Jahren in den oberen Plätzen der Zulassungsstatistik. Vor allem in Argentinien und Brasilien.