In einem Zitat des Deutschlandfunk zitiert von Auto nom weiter oben steht:
"Und man darf die Anrainer Österreich, Ungarn und Polen hinzuzählen, wo die Ultrarechte ebenfalls ein Drittel bis knapp die Hälfte der Wählerschaft anzog. ...
...In Österreich überflügelten die „Freiheitlichen“, in den 1950er-Jahren als Sammelbecken kaum geläuterter Nazis gegründet, die konservativen Christdemokraten"
In Ö zog die FPÖ kein Drittel der Stimme an, sondern "nur" ein Viertel. Auch überflügelten sie nicht die ÖVP, sondern lagen nicht einmal 1% vorne, obwohl alle Umfragen Abstände von bis zu 6 und mehr Prozent vorhersagten. Überflügeln ist daher etwas hochgegriffen. Bei der Nationalratswahl 1999 erreichte die FPÖ sogar 27%. Um fast 2% mehr als jetzt. Also nun bei der EU Wahl nicht einmal das besten Ergebnis bei bundesweiten Wahlen. Zugegeben, der nun erstmals knapp erreichte 1. Platz ist sehr bedenklich und kein Grund zur Freude, liegt aber meiner Meinung nach auch zu einem großen Teil an der extremen Schwäche der Linken. Die Sozialdemokratie hätte eine ganze Regierungsperipde Zeit gehabt gute Oppositionspolitik zu betreiben. Dabei haben sie ihre ganze Energie in die Beschäftigung mit unserem Altkanzler investiert. Und die FPÖ konnte ungestört Oppositionspolitik betrieben und reüssieren. Selbst mit dem marxistisch angehauchten neuen Parteichef und seiner Ansage "Das Comeback der Sozialdemokratie startet hier und heute", sind die Sozialdemokraten aus ihrem Jammertal nach Monaten noch immer nicht herausen und viel zu viel mit sich selbst beschäftigt. Die Grünen schießen sich regelmäßig selbst ins Aus (siehe Krisenkommunikation EU Wahl Spitzenkandidatin). Die Schwäche der SPÖ fördert die Stärke der FPÖ, die vermeintlich die Rolle der Partei für die "kleinen" Leute einnimmt.
Zudem ist es seit Bestehen der Parteien so, dass jedes der "Lager" in etwa ein Drittel der Bevölkerung, mal mehr, mal weniger, abdeckt. Auch bei der EU Wahl sind in Ö FPÖ, ÖVP und SPÖ fast gleich auf. Also kein riesengroßer Unterschied zwischen den Parteien, wie etwa in Frankreich und Deutschland. Im Herbst sind Nationalratswahlen und ein erster Platz ist da keineswegs für die FPÖ gesichert. Das Thema wird für Koalitionsverhandlungen sein, dass neue Parteien antreten werden, die vorallem im linken Wählerteich fischen... dabei bräuchte es eine wieder erstarkende Sozialdemokratie. Zur Zeit sieht es nicht danach aus.
Zum Wolfsgruß: sicher, dass ist eindeutig der Schweigefuchs. Genauso wie der ehemalige FPÖ Parteiobmann auch nur drei Bier bestellte. Also alles ganz harmlos. 🤦♂️