Was ist den die "normale" Familie? Die von vor hundert Jahren und früher? Als die Ehe bis zum Tod hielt und es mehr um eine Überlebensgemeinschaft ging? Der Großbauer über die Magd rutschen durfte und der Herzog sich dabei noch nicht einmal die Stiefel auszog? Und die Rate der Bastarde bei so ca. 25% lag, je nach Zeit und Region - war ja kein Problem, nur wenn das Mädchen vor dem Ritt des Chefs halt noch nicht an irgendeinen Trottel verheiratet wurde, dann gab es Gerede und Ausgrenzung.
In der guten alten Zeit hat man halt nicht so ein Gewesen drum gemacht. Außer, es fiel doch etwas zu deutlich auf.
Sagt Dir der Begriff Haushaltsfamilie etwas? Handwerksbetriebe (oder Bauernhöfe) bildeten einen Haushalt, einen Familienverband. Und da gehörten (je nach Zeit und Region) halt nicht nur die Großeltern, sondern auch Mägde und Hausmädchen dazu. Und von wem war dann das Kind des Hausmädchens? Na, wenn der Geselle nicht schneller war, dann halt vom Patriarchen. Und weil das zwar so war, aber die Bigoterie auch damals schon recht weit verbreitet, wurde das Mädchen halt schnell verheiratet. Wenn es Glück hatte. Wenn nicht, Huren wurden bei einer Quote von 1:10 ja auch immer gebraucht. Quote? In den Städten 1 Hure auf 10 Erwachsene Männer - diese Zahlen sind im übrigen belegbar. Nicht für jedes Jahr und jedes Kuhkaff. Es gibt ausreichend Zahlen z.B. für große kirchliche Treffen - gut, in der Zeit zwischen den Treffen war die Quote dann wohl etwas schlechter.
Oder die für diese Mär ja so wichtigen Jahre zwischen 1933 und 1945 - warum fällt mir da das Zuchtprogram "Lebensborn" sofort ein? Achja: Familie war gut, arisch vögeln besser und ordentliches Frischfleich für Vaterland und Schützengraben nicht zu übertreffen. Da war dann auch fast alles andere nicht mehr so wichtig.
Jetzt sind wir schon in den goldenen 50er und den folgenden Jahren: Was für eine schöne Zeit! Die Männer aus dem Krieg, schiessen war leider nicht mehr. Aber der Alten mal so richtig den Arsch versohlen schon in Ordnung. Zur Not wurden die Kinder halt "erzogen". Übertreiben sollte man halt nicht. Legal war das nicht wirklich, aber wenn das Weib nicht spurt, was sollte man da machen? Und nach dem viertem Bier die Kröten verdreschen auch kein Zuckerlecken.
Bis 1962 durften Frauen kein Konto eröffnen, bis 1977 nicht ohne Erlaubnis arbeiten - was für eine schöne Zeiten. Zumindest haben die Lesben nicht die Jungen zu Weicheier erzogen und die schwulen Paare nicht die ganze Zeit an den Jungs rumgefummelt. Oder wieso ist der Nachwuchs aus einer "normalen" Familie besser dran?
Man oh man, Du hast nicht nur ein total nach hinten gerichteten Blick. Dieser biegt dann auch noch ab und geht komplett an jeden Realitäten vorbei.
Ja, der gute alte Klapps hinter die Löffel - hat ja angeblich niemanden geschadet. Wie war das noch mal mit meinem Kumpel Jens aus der Schulzeit? Achja, war nicht so schlimm. Der kleine Klapps hat ihm nur das Genick gebrochen. Aber nach einem Jahr konnte er wieder mit uns spielen. Alles halb so wild. Und was meinte er beim letzten Klassentreffen? Richtig, so ein kleiner Klapps hat noch niemandem geschadet.
Was für einen Mist schreibst Du! Alle halbwegs seriösen Studien belegen eindeutig: Wer geschlagen wurde, neigt dazu als Erwachsener wieder zu schlagen. Wer als Junge Misbrauchserfahrungen machen musste, ist als Erwachsener überdurchschnittlich häufig Täter. Gerade Kinder, die durch patriarchische Famlilienhäupter jahrelange Unterdrückung, Gewalt und assoziales Verhalten erlernt haben, werden überdurchschnittlich häufig dieses erlernte Verhalten weiter geben. Kinder aus materiarchalen Strukturen oder Kulturen zeigen dieses Verhalten signifikant seltener.
Nicht wer es kann wird Täter. Das zeigen ja auch die absolute Mehrheit der Menschen, die sich nicht so benehmen. Wer es nicht anders gelernt hat, der neigt dazu Täter zu werden. Zum Glück ist das kein Muss.
Was für ein Weltbild. Werde Glücklich damit - ich hoffe, Du hast wenigstens genug Selbstbewusstsein, Verstand und Empathie, trotzdem Menschen zu verteitigen, die von Menschen angegangen werden, die genau so ein Weltbild wieder massiv in die Welt tröten. Und glauben, sie hätten deshalb das Recht, andere Menschen zu beleidigen, anzugehen, zu verletzten, zu töten und ihnen das Recht abzusprechen, so zu sein, wie sie sein wollen.