Lieber Martin,
da passierte so viel, aber ich bin zu frustriert, um das alles nocheinmal im Detail zu rekapitulieren.
Kurzgefasst:
Das Auto wurde in all den Jahren bis jetzt, kurz vor dem Verkauf nie wirklich (fahr)fertig.
Ständig neue Troubles, deren Wurzeln teilweise in Bastellösungen der Vorbesitzer, teilweise aber in wirklich groben Fehlleistungen der Restaurierungswerkstatt und teilweise offenbar in der Natur der Sache liegen.
Dazwischen ewige Wartezeiten bei den neuen Werkstätten - oft hatte ich nach den Monaten schon vergessen, was genau ich überhaupt in Auftrag gegeben hatte.
Kaum zurück aus der Werkstatt, der nächste Defekt - oder derselbe wieder. Dann erneut wochen- bis monateslanges Warten, bis endlich was weiterging.
Perfektionsanspruch? Ja, habe ich, aber soweit kam es garnie. 😉
Auszugsweise, unstrukturiert, einige Beispiele aus den letzten 5 Jahren:
1. Werkstatt spannte Zahnriemen zu fest >>> Spannrollen defekt >>> erneuter Zahnriemenwechsel, natürlich auf meine Kosten, weil erste Werkstatt in Konkurs. Dabei vergaß die zweite Werkstatt, den Ventilatorflügel festzuziehen, worauf sich dieser auf der Heimfahrt auf freier Strecke selbständig machte.
1. Werkstatt hatte hintere Bremse verkehrtherum montiert, was offenbar nur mit Gewalt ging, Bremse folglich kaputt und komplett neu zu machen.
1. Werkstatt hatte nicht erkannt, daß der falsche Querlenker (nämlich vom GS) verbaut war, diesen aufwendig restauriert und weil die neu angeschafften Buchsen dann nicht passten, hatte sie ein gemeingefährliches Provisorium aus einem Stück Alurohr in die Öffnung gepfriemelt.
1. Werkstatt hatte beim Zerlegen eine kleine Nylondistanzscheibe aus dem vorderen Höhenkorrektorgestänge verloren und baute alles ohne diese Teil zusammen. Daraufhin verbrannte (und verrechnete) sie Stunden um Stunden für die Niveaueinstellung, die dann schlussendlich ohnehin nicht klappte. Langwierige Fehlersuche in der zweiten Werkstatt, nach Diagnose aber keine Reparatur, weil Teil nicht erhätlich. Viel später den Teil über einen GS-Freund aufgetrieben und durch die dritte Werkstatt einbauen lassen. Bis dahin ließ sich das Fahrzeugniveau aber nie korrekt einstellen.
Mehrmals Ventildeckeldichtungen wegen Inkontinenz tauschen lassen, verschiedene Materialien probiert, bis zuletzt nicht 100% dicht, aber wenigstens kein massiver Ölverlust mehr.
Unerklärlich, unregelmässig und in wechselnder Intensität auftretende LHM-Inkontinenz an der revidierten und mit neuen Verbindungsstücken angeschlossenen Hydraulikpumpe. Verdacht der aktuellen Werkstatt, daß beim letzten Zahnriemenwechsel die Positionierung des Stössels wasweißichwie beleidigt worden war.
Die 2. Werkstatt machte mich wahnsinnig, in dem sie mir jedesmal bei der Rückgabe des Wagens, mitteilte, was noch alles aufgefallen und zu machen wäre. Anstatt mich gleich anzurufen und eine entsprechende Reparatur vorzuschlagen. Ich kam, zahlte die Rechnung und fuhr mit einem unbrauchbaren Auto nach Hause. Oder ich brachte ihnen eine Karton Ersatzteile zum Einbau und bei der Abholung lag einer der Teile immer noch drin. Hatten sie einfach '"vergessen" einzubauen. Und überhaupt: Wie das offenbar üblich ist, stellte ich ihnen den Wagen hin und sie würden sich dann in Zeiten geringeren Arbeitsanfalls darum kümmern. War mir recht, Hauptsache, die Arbeiten werden gut und gründlich erledigt. Ich habe aber den Verdacht, daß es dort folgendermassen lief: Ich stellte ihnen den Wagen hin und sie fanden nie Zeit (oder Interesse) dafür. Dann - wenn ihnen der Platz knapp wurde - schraubten sie ihn unter Zeitdruck irgendwie hin und drängten zur Abholung. Das würde die Schlampigkeitsfehler erklären und warum sie - siehe oben - neuentdeckte Mängel nicht gleich beseitigten oder Teile nicht einbauten, obwohl vereinbart.
Ersatzteile schlechtester Qualität (Traggelenke!), die nach wenigen Kilometern defekt gingen und erneut getauscht werden mussten.
Vergaser:
1. Werkstatt: Um den kümmern wir uns nicht, läuft eh.
Nein, läuft schlecht, daher beabsichtige ich, das Aggregat bei Dem Vergaserspezialisten (Fa. Magistris, wers kennt) überholen zu lassen.
Nicht nötig, sagt die 2. Werkstatt, das können wir auch.
Gut, sage ich, dann bekomme ich alles aus einer Hand und muß nicht eigens zum Magistris.
Anruf nach vielen Wochen: Hm, Problem mit dem Vergaser, wir brauchen Teile, die es nicht gibt.
Habt ihrs schon beim Magistris probiert?
Ahja!
Kommunikation mit dem alten Kniezanrek (Magistris) funktioniert so schlecht, daß die Werkstatt schliesslich scheitert und mir das Auto mit weiterhin defektem Vergaser zurückgibt.
Ich fahr selbst zum Kniezanrek, der überholt den Vergaser kostenpflichtig und danach funktioniert dieser so schlecht als wie zuvor.
Was kann an einem Weber-Vergaser so schwierig sein?
Schlußendlich - 3 Jahre nach dem ersten Erkennen des Problems - schafft es Fa. Liebscher (Empfehlung!), den Vergaser so perfekt hinzukriegen, daß das Fahren eine reine Freude ist: Startverhalten, Gasannahme, Leerlauf - super!
Und immer warten und bangen und mit befreundeten Auskennern diskutieren, was jetzt wohl wieder los wäre und wie man weitermachen sollte.
Dazu die verdammte Ersatzteilsuche, die mir als Laien und oft unter Zeitdruck Stress verursachte. Die Werkstätten erklärten sich für unzuständig.
Der Mechaniker der 2. Werkstatt machte mich wahnsinnig, als es um den oben erwähnten Nylonteil für den Höhenkorrektor ging. Da fehle die "weisse Plastikscheibe" und ich solle sie besorgen, weil sie hätten keine Quelle. Welche Plastikscheibe? Gibts vielleicht eine ET-Nummer oder eine Zeichnung aus dem Ersatzteilkatalog? "Na, die weisse Nylonscheibe halt". Zuletzt erhielt ich eine unbrauchbare, händisch angefertigte Skizze des Teils. Brauchte dann ewig, um diesen Teil im ET-Katalog zu finden und noch länger, um ihn aufzutreiben. Geht ja normalerweise nie kaputt und wird daher im ET-Handel nicht angeboten.
Etc etc
und für jeden Handgriff gezahlt...
Neben Liebscher noch eine Empfehlung für meine aktuelle Werkstatt: Citroën Beck in Gols.
Irgendwie schade, daß es mir so reicht, weil dort scheint der GS endlich in guten Händen zu sein.