Hallo,
der Turbo läuft!
Der Fehler war banal, aber die Diagnose hat ein wenig gedauert, weil man beim systematischen Vorgehen auch am falschen Ende anfangen kann.
Erstmal habe ich geguckt, ob der Turbolader frei drehbar ist:
Das Rad ließ sich leicht drehen. Kein axiales Spiel, hauchfeines radiales Spiel. So sollte es sein, meine ich. Kurz den Motor gestartet, das Rad drehte sich geräuschlos.
Nächster Punkt: Wastegate vielleicht immer offen. Von außen ist die Mechanik unauffällig, lässt sich gegen die Federkraft bewegen und hat einen definierten Anschlag.
Aber vielleicht ist das Ventil selbst irgendwie deformiert oder abgefallen. Also mal reingeguckt. Und bei der Gelegenheit die Druckdose mit der Pumpe geprüft (auch wenn die Druckdose nicht das Problem sein kann, den sie regelt den Turbo ja ab).
Das sieht m.E. gut aus. Man erkennt auch schön, dass die Klappe bei etwas mehr als 0,6 Bar komplett offen ist. Das ist die mechanische Ladedruckregelung, die so funktioniert, wenn das Elektroventil ausfällt.
Jetzt mal gucken, was aus dem Turbo kommt, wie von @spätActivavorgeschlagen:
Hier kam nicht so viel Luft an, bei 3.000 (im Stand) etwa so viel wie ein kleiner Föhn. Was mich stutzig machte: Ich konnte das Rohr ohne Probleme zuhalten, ohne dass sich Druck aufgebaut hat. Geprüft bei abgeschraubtem Katalysator, denn der Abgasstrang könnte ja dicht sein und würde dann auch die Motorleistung einschließlich Turbodrehzahl stark reduzieren.
Schlauch wieder drauf. Seltsamerweise kam aus dem kleinen Schlauch am Elektroventil keine Luft. Ladeluftkühler geplatzt?
Dann wollte ich noch gucken, was aus dem Schlauch kommt, der an die Drosselklappe geht. Als ich den lösen wollte, sah ich folgendes:
Ganz klar ein Montagefehler meinerseits. Ich bin immer etwas zaghaft, was Schrauben angeht. Nach fest kommt lose. Und vorgestern ist vermutlich der Schlauch abgeflogen, sodass gar kein Druck mehr da war.
Grüße
Andreas