Meinen billigen Topex Kettenschlüssel hab ich noch nicht breit bekommen. Auch nicht mit dem Fäustel - ich hatte nicht erwartet, dass der das überlebt. Manches günstige Werkzeug übersteht sonst bei mir gern mal nicht mal den ersten Einsatz nicht. Besitzt du diesen Facom Kettenschlüssel, Henning? Wie schaut es da mit der Abnutzung der Zähne aus? Ich frage, weil ich meinen billigen Schlüssel entweder etwas nachfeilen muss (wenn der sich feilen lässt) - oder ich kauf mir gleich was excellentes.
Hammer und Meißel habe ich noch nie gebraucht. Und das lag nicht daran, dass ich keine festgebackenen Kugeln hatte. Dagegen habe ich schon einige zermeißelte Kugeln gesehen. Ich meine, zu derlei Werkzeug sollte besser nur in der Wüste greifen.
Am meisten regt mich auf, wenn der Montierende hinterher nicht wenigstens die Verletzungsgefahr für den nächsten Montierenden beseitigt. Ich hatte einmal an einer Kugel herumschrauben dürfen, da war offensichtlich jemand mit einem frisch und nur für diesen Einsatz geschärften Meißel zu Gange. Die leichteste Berührung zerschnitt direkt meinen Nitrilhandschuh. An einem 20.000 Euro teuren Fahrzeug.
Fast so schlimm wie die Kabelbinder-Terroristen.
Das Gewinde ist geölt. Die Anlageflächen müssen sauber und mit Konservierungsmittel versehen sein, dann bleibt das "für immer" gangbar.
Lackieren kann man auch mit mit Ventilen.
Ich habe die Kugeln von vielleicht zwei Dutzend Y4 (und einer handvoll Y3) abgeschraubt. Teilweise Fahrzeuge in traurigstem Zustand. Du benötigst folgende vier Werkzeuge:
- stabiler Kettenschlüssel + Fäustel für die meisten Kugeln die man noch nicht abgeschraubt hatte. Die sind meist sehr fest. (Meinen gibts nicht mehr, YATO YT-22260 sollte als gleichwertige Alternative funzen, wenn die Kohlen nicht eng sitzen gerne in Qualität - Facom, Gedore etc - investieren)
- Gummibandschlüssel, für leicht lösbare Kugeln, für die Radfederkugeln vorne und um den Lack der Kugeln nicht anzukratzen, also für später (keine Empfehlung, ich habe mir selbst einen gebaut mit einem alten Rippenriemen)
- Werkzeug 4129 T (Spannband zum Lösen schwer zugänglicher Kugeln) für die Hauptdruckspeicherkugel-> sowas ähnliches gibts auch aus China mit Kette, da ist die Bedienung allerdings deutlich fummeliger
- ordentlicher(!) Schlagschrauber mit 50er Nuss, für den Bremsdruckspeicher (nur XM mit Anti-Sink)
Noch eins, weil man das seltsamerweise kaum zu lesen bekommt: Auf Platz drei der Liste der gerne festgebackenen Kugeln findet man die hintere Hydractive-Kugel. Besonders bei knusprigen Fahrzeugen sollte man da eher vorsichtig zugange sein um das Halteblech des Härtereglers nicht zu verbiegen. Es besteht dabei die Gefahr, die unter den Überwurfmuttern potentiell dünngerosteten 10mm-Leitungen zu brechen. Ich habe mir dafür ein 1m langes Werkzeug gebaut, das man dort zum Gegenhalten einhaken kann. Ist dann ein Zwei-Mann-Job. Einer hält gegen, der andere bedient Fäustel und Kettenschlüssel.
Kostenloser Zusatz: Um an die hintere Hydractive-Kugel zu kommen, muss das Hitzeschutzblech demontiert werden. Das geht gerne nur mit dem Winkelschleifer. Dann brauchst du 2 kurze M6-Maschinenschrauben und zwei Käfigmuttern. Letztere können von außen in das Achsrohr installiert werden - wenn man das kann.
Gruß,
Michael