Könnte man auch heute noch. Nur wird es dem Sparzwang geopfert, weil es zu wenige Kunden interessiert. Der Fokus hat sich in den vergangenen ca. 25 Jahren ziemlich einseitig auf die passive Sicherheit verlagert, weil sich so schön mit NCAP-Sternchen kategorisieren läßt, was einem passieren kann, _wenn_ es kracht.
Die Erfassung und werbewirksam vereinfachende Darstellung von Errungenschaften der aktiven Sicherheit findet leider kaum bis gar nicht statt. Als der Bremsweg noch ein wichtiger Meßwert in jedem ernsthaften Autotest war, interessierten sich die meisten eher für die Höchstgeschwindigkeit. Dann kippte irgendwann mal ein Benz bei einem ominösen Elchtest um, von dem vorher südlich des Pølse-Äquators nie jemand gehört hatte. Die Hersteller beeilten sich, ihre Autos mit elektronischer Hilfe halbwegs fahrstabil zu bekommen, und das Thema geriet wieder in Vergessenheit.
Dabei kann ein gut ausgelegtes Fahrwerk sehr viel abfangen, _bevor_ es überhaupt kracht. Jeder Fahrer macht Fehler, und ich denke, einige von uns kennen auch die eine oder andere Situation, in denen ihnen ein Citroën-Fahrwerk alter Schule eventuell den Allerwertesten gerettet hat. Nur nachweisbar wird es kaum sein, wenn dabei gar keine NCAP-Sterne verbraucht wurden. Gäbe es derartige Einstufungen auch für aktive Sicherheit, hätten heute fast alle Hersteller irgendwas Activa-artiges im Programm, und stabile Straßenlage wäre auch bei günstigen Autos Standard. Ging ja in den 80ern mit Simpelst-Technik (AX) auch schon.