So, hab heute mal im Vorfeld meiner anstehenden Lüfterreparatur schon ein wenig mit meinen Ersatzlüftern gebastelt. Also die Lagerdeckel der Lüftermotoren lassen sich entfernen, ohne daß der Propeller von der Achse muß (was wohl ein schwierigeres Unterfangen sein soll). Der Motormantel besitzt ringsherum Haltenasen, die in entsprechenden Schlitzbohrungen im Lagerdeckel verstemmt sind. Man muß zwei bis drei dieser Verstemmungen mit einem passenden Meißel lösen, dann kann man mit einem ebenfalls passenden, am besten gebogenen Meißel zwischen Lagerdeckel und Mantel ansetzen und diesen mit leichten Schlägen so nach und nach anheben. Die übrigen Verstemmungen lösen sich dabei von selbst, sind nicht besonders fest. Außerdem hat der Motor hinten nur ein (schwenkbares) Gleitlager, welches ganz easy von der Achse flutscht. Da ich keinen passend gebogenen Meißel hatte, habe ich den Lagerdeckelrand an einer Stelle etwas umgebogen um mit dem Meißel in die Naht zwischen Mantel und Deckel zu kommen. Ich denke, das läßt sich vor der Montage problemlos wieder richten. Als Gegenlager zum Kloppen benutzt man am besten ein dünnes senkrecht stehendes Holzbrett, auf dem der Mantel zwischen Ventilator und Lagerdeckel aufgelegt wird und den Lagerdeckel kann man an einem der Haltebolzen irgendwie gegen Verdrehen abstützen. Am besten man ist dabei zu zweit, wobei einer den Motor in den abgestützen Positionen hält und der andere die Verstemmungen löst.
Wenn der Lagerdeckel runter ist, läßt sich der kpl. Kohlenhalter mit 4! Kohlen und dem Steckeranschluß entnehmen. Bei mir ist allerdings der Lagerdeckel an einer Stelle durchgerostet und der Motormantel war im Bereich des Steckeranschlusses dermaßen aufgepilzt, daß man den Steckeranschluß durch vorsichtiges Klopfen und Hin- und Herbewegen erst mal aus dem Rostbett lösen mußte.
Wenn der Kohlenhalter entfernt ist, sollten sich die Kohlen leicht tauschen lassen. Ich denke, die Litzen einfach an einer geeigneten Stelle abknipsen und die Litzen der neuen Kohlen dort wieder verlöten. Wer vorab schon mal Kohlen besorgen will: 8 x 6 mm, ca. 15 mm lang. An meinem Versuchsobjekt (ein Lüfter aus besagtem Schrottplatzausbau vor 10 Jahren) sind die Kohlen allerdings noch einwandfrei und haben ungefähr diese Länge, wobei längere Kohlen mit zusammengedrückter Feder auch gar nicht mehr in den Halter passen würden. Von daher hätte ich mir das Ganze natürlich sparen können, aber ich dachte, ich mache mir jetzt zwei Motoren mit nagelneuen Kohlen zurecht, um nie wieder Probleme damit zu haben. Kann man (hinterher ist man immer schlauer...) sich also als reine Vorsorgemaßnahme getrost sparen, die Kohlen selbst (weil 4 Stück) halten wohl ewig.
Ich weiß noch ziemlich genau, daß der Wagen, bei dem ich das Lüftergitter ausgebaut hatte weit über 400.000 runter hatte und angesichts dieses unversehrten Kohlenbildes kommen mir jetzt doch wieder Zweifel, ob das bei meinem (350.000) wirklich die Kohlen sind. Blieben noch die Halter, aber die waren jetzt bei meinem Versuchsobjekt trotzdem der Lagerdeckel und Mantel an einer Stelle extrem verrostet waren auch nur leicht angerostet aber noch voll funktionsfähig...
Für die Wiedermontage muß man sich mit diesen Verstemmungen noch was einfallen lassen. Weil, dazu müsste man den Motor zum Kloppen ja auf den Propeller legen, was dem erstens nicht gut bekäme und zweitens ein kaum geeignetes Gegenlager darstellen würde. Vielleicht gar nicht mehr verstemmen sondern mit Epoxidharz verkleben...?
Hier der geöffnete Motor ohne Kohlenhalter. Man erkennt die Haltenasen auf dem Mantelrand:
Und hier der kpl. Kohlenhalter, umgedreht auf den Motor gelegt:
Der Lagerdeckel ist total verrostet. Das Gleitlager in der Mitte hat einen schwenkbaren Sitz. Man erkennt die Schlitze für die Haltenasen: