Ich kenne auch nur die halbe Wahrheit ... und verstehe bei 'Polytrophenexponent' nur Bahnhof
will aber trotzdem meinen Erklärungsversuch beisteuern.
Grundlage sei die Formel p*V/T = konst. für ideale Gase (bzw, p1*V1/T1 = p2*V2/T2) und die Klarstellung, dass das (konstruktive) Verdichtungsverhältnis etwas über Volumina aussagt ('Hub+Brennraum' zu 'Brennraum') und die Kompressionsmessung Drücke erfasst - es werden aus der Formel also zwei verschiedene Variable erfasst.
Man soll bei der Kompressionsmessung so lange mit dem Anlasser nuddeln, bis der Wert sich nicht mehr ändert, wahrscheinlich ist dann der ZK so erwärmt, dass die Wärmeabfuhr zu vernachlässigen ist.
Man nehme jetzt also einen Benziner mit einem Verdichtungsverhältnis von 10:1, also V1 = 10 und V2 = 1. Messung sei bei 20°C Außentemp. also T1 = 293 K. Vor der Verdichtung haben wir Normaldruck also p1 = 1 bar.
Bei der Verdichtung werden im Idealfall ca. 170°C erreicht, also T2 = 443 K, der dazugehörige Druck p2 ist dann 15,1 bar Absolutdruck. Wenn der Kompressionsmesser nur Überdruck anzeigt, steht dann 14,1 bar auf der Anzeige.
(wenn das System druckdicht wäre und man warten würde, bis die ganze Wärme abgeführt ist, also 20°C erreicht wären, DANN wäre p2 = 10)
In einem Diesel müssen mindestens 220°C Zündtemperatur erreicht werden, daher wird mindestens ein Verdichtungsverhältnis von 15:1 benötigt.
War das verständlich?
Gruß Stefan