Bezogen auf diesen meinen Thread und diesen und diverse andere zu dem Thema habe ich mich heute tatsächlich mal an die Arbeit gemacht und zwei dieser Servos, die mit dem Vermerk »funktionieren eigentlich« in der Kiste lagen, zu überholen.
Das Problem dieser Servos, derer man identisch in Y3 und Y4 bei Klimaautomatik drei (Mischklappe warm/kalt, Verteilklappe oben/unten, Umluftklappe); bei Heizungsautomatik nur eine (Mischklappe warm/kalt) hat – ist, dass das kleine Motörchen im Servogehäuse zwar noch läuft, vermutlich aber wegen starken Abriebs am Kollektor sich die Schlitze zugesetzt haben und es deswegen mehr oder weniger Kurzschluss und daher weniger Drehmoment gibt, was zu Fehlern in der Klappensteuerung führt. Abgelegt im Fehlerspeicher als »Fehler Mischklappenweg« und »Fehler Position Gemischklappe«.
Nach den paar Anleitungen in Schriftform in diversen Foren habe ich mich – trotzdem ich mich vor solch feinmechanischer Arbeit scheue – entschlossen, die Überholung anzugehen. Immerhin habe ich es ja auch schon geschafft, ein XM-Zündschloss mit den üblichen Kontaktproblemen wieder ans Laufen zu bringen.
Wenn man den Servo aufschraubt, sieht man folgendes Bild; man muss vor dem Zusammenbau auf jeden Fall darauf achten, dass die beiden Pfeile des Klappenrads (das große Ding in der Mitte, links) und des Potirads (rechts) genau aufeinander zeigen. Das kann man aber beim Zusammenbau genau so anlegen.
Danach wird das Klappenrad nach oben abgezogen und die Platine kommt zum Vorschein.
Danach hebelt man die Platine samt Motor vorsichtig raus.
Ich hab leider vergessen, ein Foto zu machen, wie die Platine vor dem rauslöten des Motors aussieht; man kann es sich aber ungefähr vorstellen … so sieht das mit rausgelötetem Motor aus. Man muss, wenn man den Lötkolben an die Lötfahne hält, etwas Druck auf den Motor geben, damit er aus seiner Position rutscht.
Jetzt biegt man vorsichtig die vier Blechlaschen des Motormantels auf und hebelt vorsichtig den Kohleträger aus dem Gehäuse …
Leider hat die Kamera hier auf die Tischdecke fokussiert … man kann aber links ganz gut den Kollektor und rechts die beiden Kohlen (Schleifer) sehen. Ebenso den Abrieb, der sich da angesammelt hat. Mit einem Cutter entferne ich ich jetzt die Ablagerungen aus den Schlitzen des Kollektors (sieht man gut auf der Tischdecke).
Der Kohlenhalter wird noch etwas ausgebürstet ( Ich hab dafür einen kleinen harten Pinsel genommen) und dann wird alles in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammengebaut.
Bevor der Motor wieder auf die Platine gelötet wird, einmal kurz mit 6V (Motorrad-Ladegerät) oder 9V (9V-Block) oder besser 7V (Nennspannung des Motors) den Motorlauf kontrollieren.
Beim Zusammenbau wie gesagt auf die richtige Stellung der Zahnräder achten.
Ich habe direkt noch einen zweiten Servo überholt; der Motor hatte noch mehr Abrieb. Das alles war einfacher, als ich mir das vorgestellt hatte.
In der Praxis wird sich zeigen, wie die Servos sich machen; sobald hier keine Wintertemperaturen mehr sind, werde ich den Mischmotor tauschen; ich habe die insgeheime Hoffnung, dass das beim Y4 leichter geht als beim Y3, weil es glaube ich den weißen Stecker, der weggebaut werden muss, nicht gibt.
Und überhaupt bleibt die Hoffnung, dass alles nur an den kleinen Motörchen liegt, und nicht an den Potis. Aber die Berichte aus dem Internet lassen da hoffen.
Wenn jemand mir seine Servos zum Experimentieren überlassen möchte … gerne. Ich hoffe ja, dass diese kleine Überhol-Arbeit das Problem löst … und €303 (oder 127 oder wie auch immer) spart.
Liebe Grüße
Holger