Es hat geklappt. Hydraulik drucklos gemacht, dann beide Federbein hinten getauscht.
Zuerst hab ich die beiden Federkugeln links und rechts demontiert - mit Kettenschlüssel, 1/2 Zollverlängerung und 1 m langem Stahlrohr als Hebelverlängerung. Das ging erstaunlich gut (vielleicht hätte man Federbeine und Kugeln nach dem Ausbau auch am Schraubstock trennen können?).
Dann die Hydraulikleitungen: Die sind jeweils mit einer M8-Schraube (Torx) ans Federbein geschraubt. Es ist sehr wenig Platz, den Schlüssel anzusetzen und die Sicht ist eingeschränkt. Aber mit Ratsche und Torxaufsatz hat es geklappt. Ich hab ein Stück Holz unter die Ratsche geklemmt, damit die Ratsche beim Lösen nicht verkantet und ausd der Torxaufnahme herausrutscht. Das hat auf beiden Seiten geklappt und das war auch das einzige, wirkliche Problem an der Sache. Unten an den Federbeinen die Kunststoffverkleidung lösen. Saubermachen und genau hinschauen: Die beiden Halbschalen sind ineinander verhakt.
Dann die Federbeine ausbauen. Zuerst die oberen Bolzen lösen, dann die unteren. Jeweils die Mutter (SW 18) lösen und bei Bedarf die Schraube mit Torx auf der Gegenseite festhalten. Die Bolzen haben etwas Spiel und gehen gut raus. Am linken Bolzen ist es zwar eng, aber es geht. Fürs rechte Federbein den Tipp von Jens beachten und die Gummikappe im Ersatzradfach wegnehmen. Dahinter sitzt die Mutter (SW 18) des rechten Federbeins. Eventuell sollte man zu zweit sein, um gleichzeitig die Schraube mit einem Torx festzuhalten.
Beim Zusammenbau eine neue Dichtung für die Federkugel verwenden. Bei mir waren keine Metalldichtungen verbaut, sondern einfache, schwarze Gummidichtungen zwischen Federbein und Kugel. Bei den Hydraulikleitung war ich unsicher. Ich hatte keine Ersatzdichtungen und hab die alten (grün) wieder verwendet. Einfach die Ölleitungen wieder reinstekcken, festschrauben, fertig. Das Montieren ging sehr viel leichter als das Demontieren.
Mit den Federbeinen kamen kleine schwarze Gummiringe. Ich war unsicher und hab auf einer Seite versuchsweise einen Gummiring auf das Federbein gesteckt, quasi als zweite Dichtungsebene, denn die Hydraulikleitung wird weiter innen abgedichtet. Mal sehen, ob alles auch auf Dauer dicht bleibt. Bisher ist alles in Ordnung.
Ich war überrascht, wie lange es gedauert hat, bis die Hydraulik den Wagen erstmals wieder auf Normalhöhe hatte. Ich denke 15 Minuten mindestens. Hatte schon befürchtet, die Pumpe ist wirkungslos. Aber dann noch ein paar Mal rauf und runter gestellt, um die Hydraulik zu entlüften. Das Fahrgefühl war dann vertraut wie immer.
Fazit: Auch ohne Hebebühne gut machbar, wenn man den Wagen sorgfältig und sicher unterbaut. Denn man liegt die meiste Zeit komplett unter dem Wagen. Rost war trotz Bj. 2012 kein Problem, alle Schraubven ließen sich gut lösen.