Jetzt also noch die kostenlose Familienversicherung 🙄
Kommentar von Karlheinz Skorwider , eines Users auf FB. Dem ist nichts hinzuzufügen:
„Anreiz.“
Dieses Wort fällt gerade überall.
Beim Bürgergeld.
Bei Rentnern.
Jetzt bei der Krankenversicherung.
Immer das gleiche Versprechen:
Wenn wir den Druck erhöhen, gehen mehr Menschen arbeiten.
Klingt logisch.
Ist es nicht.
Stell dir das kurz vor.
Eine Frau.
Zwei Kinder.
Teilzeitjob.
Nachmittags Hausaufgaben.
Abends Pflege für die eigene Mutter.
Kein „Nichtstun“.
Ein voller Tag.
Am Ende des Monats bleibt kaum etwas übrig.
Und jetzt kommt die Rechnung.
220 Euro.
Das ist das, was viele künftig zahlen sollen,
wenn die kostenlose Mitversicherung wegfällt.
220 Euro.
Für Menschen, die längst arbeiten.
Nur eben nicht alles bezahlt.
Und genau hier wird es ehrlich.
Es trifft vor allem Frauen.
Weil sie dieses System tragen.
Still.
Jeden Tag.
Kinder.
Pflege.
Haushalt.
Arbeit, die funktioniert.
Aber nicht bezahlt wird.
Und genau diese Arbeit wird jetzt bepreist.
Und dazu sagt man:
„Das setzt Anreize.“
Die Frage ist nur:
Anreiz wofür?
Für welchen Job?
Es gibt rund 3,1 Millionen Arbeitslose.
Und etwa 600.000 offene Stellen.
Selbst wenn jede Stelle perfekt passen würde,
blieben Millionen übrig.
Das ist kein persönliches Problem.
Das ist ein Systemproblem.
Und trotzdem passiert immer das Gleiche.
Die Schraube wird nur an einer Stelle gedreht.
Beim Menschen.
Bürgergeld kürzen
Druck erhöhen
Leistungen streichen
Beiträge erhöhen
Beweg dich.
Sonst wird es teurer.
Aber die andere Seite bleibt still.
Die Jobs.
Wo sind die Millionen Stellen,
die genau zu diesen Lebensrealitäten passen?
Wo sind die Arbeitszeiten,
die mit Kindern funktionieren?
Wo sind die Löhne,
bei denen 220 Euro nicht wehtun?
Diese Antworten fehlen.
Stattdessen entsteht ein Bild:
Wenn du nicht klarkommst,
liegt es an dir.
Und genau da kippt es.
Denn diese Frau arbeitet längst.
Nur nicht in der Logik,
die in diesen Debatten zählt.
Man kann Menschen nicht in Jobs drücken,
die es nicht gibt.
Und man kann Menschen nicht in Arbeit zwingen,
von der sie nicht leben können.
Und während darüber gesprochen wird,
wo man noch Druck erhöhen kann,
passiert im Hintergrund etwas anderes.
Die Rechnung wird verteilt.
Nicht nach oben.
Nach unten.
220 Euro.
Für diejenigen,
die das System jeden Tag am Laufen halten.
Ohne Applaus.
Ohne Bezahlung.
Ohne Lobby.
Und parallel läuft die nächste Erzählung:
Mehr Druck = mehr Arbeit.
Das ist der Bruch.
Sozialpolitik gegen Lebensrealität.
Auf der einen Seite Forderungen.
Auf der anderen Seite ein Alltag,
der längst am Limit läuft.
Denn Arbeit ist nicht nur Erwerbsarbeit.
Arbeit ist auch das,
was dieses Land zusammenhält.
Kinder großziehen.
Angehörige pflegen.
Den Laden am Laufen halten.
Wenn genau diese Menschen plötzlich zahlen sollen,
dann ist das kein Anreiz.
Dann ist es eine Verschiebung.
Von Verantwortung.
Von Kosten.
Von Realität.
Und genau das spüren gerade viele.
Erst Bürgergeld.
Dann Rentner.
Jetzt Familien.
Und in diesen Familien vor allem die,
die ohnehin schon alles tragen.
Immer mit dem gleichen Wort.
„Anreiz.“
Vielleicht ist die eigentliche Frage eine andere.
Nicht:
Wie erhöhen wir den Druck?
Sondern:
Warum funktioniert ein System nur noch,
wenn wir die belasten,
die es tragen?
Denn ohne passende Jobs
und ohne faire Bezahlung
ist jeder „Anreiz“ nur das,
was er wirklich ist:
Eine Rechnung.
Für die Falschen.
.
Für Einordnung ohne Parolen, folgt meiner Seite.