Meine Erdbeeren gehen ab wie die Luzi. Dieses Jahr hab ich mit Tannennadeln gemulcht. Versuch macht kluch. Frage, bitte: Kann mir jemandwerhier ordentliche Karosserierichtklemmen empfehlen? Geschmiedet aus Kruppstahl, und nicht aus bröseligem Chinesen-Guss. Preis ist kein Kriterium. Es gilt, den Schweller zu richten, an mehreren Stellen, inklusive im Bereich der Wagenheberaufnahmen. Am letzten VW-Karren hab ich einfach M8 Schrauben drangetackert und mit dem Zughammer drauflosgehämmert. Dort galt es allerdings nur Rostbrösel (einkammeriger Schweller) zu richten, bevor dieser rausgeschitten und vollständig ersetzt worden ist. Die Richtklemmen sollen hier am XM am Schwellerfalz zum Einsatz kommen. Zweikammeriger Schweller. Mittleres Blech mit höherer Festigkeit. Zusätzliche Erschwernis durch Arbeiten im Bereich der Wagenheberaufnahmen. An den Schwellern selbst sind nur auf minimale Bereiche beschränkte Schweißarbeiten vorgesehen. Schrauben antackern ist also nicht. Ich brauche gute Richtklemmen. Welche, mit denen man notfalls das Blech in zwei Hälften zerteilen kann. Die Kraft zum Richten wird hydraulisch aufgebracht werden (Handpumpe + Zylinder). Zerschrauben, fortgesetzt. Der Kollege war vorhin da und wir haben die Achse zusammen zwischen Karosserie und Bühne rausgefädelt. Nun ist bis auf ein paar letzte, aber umso ärgerlichere, Kleinigkeiten die Karosse untenrum sauber. Eine detaillierte Besprechung zum Thema Rost am XM kann anschließend ins Auge gefasst werden. Diese dürfte allerdings ob des zu erwartenden Aufwandes (ich plane ~35 Stunden dafür ein) frühestens in vier Wochen zu erwarten sein und dürfte auch dem Lesenden einiges an Durchhaltevermögen abverlangen. Und wo Rost=Problem werden hier im weiteren Verlauf selbstverständlich auch Reparaturoptionen/-verfahren besprochen werden. Und eine detaillierte Hohlraum- und Konservierungslernstunde wirds auch geben. Ob ihr wollt oder nicht. Der Karosseriezustand ist essentiell wenn es um den Erhalt eines älteren Fahrzeugs geht. Da darf man auch nicht die kleinste Ritze übersehen. Apropos... Karosserie, Kotflügel. Erkennungsmerkmal für einen von Werk verbauten Kotflügel ist die Vernietung zwischen der Haltelasche und dem Halteblech an der Karosserie. Wurde der Kotflügel in der Vergangenheit mal demontiert sind Haltelasche und Kotflügel nicht mehr fest verbunden, es bleibt dieses kleine Löchel an der Haltelasche des Kotflügels. Werksmäßig ist der Kotflügel oben beim Domlager "verklebt". Wenn er da locker ist, war er mal abgebaut. Unten an der Wagenheberaufnahme ist der Kotflügel mit dem Schwellerblech verklammert und zusammen mit dem Schweller mit Unterbodenschutz überblasen. Wenn da nicht mehr alles zusammenklebt, die Klammer nicht mehr vorhanden ist, war der Kotflügel mal ab. Hier fiel beifahrerseitig folgendes auf: Haltelasche ohne Löchel. Also ein Ersatzteil. Haltelasche zurechtgebogen, damit sie zu dem verbogenen Halteblech passte. Um dieses mit zwei Hammerschlägen fix zu richten damit man nicht ein teures, neu lackiertes dranzuschraubendes Bauteil verdengeln muss scheint dem Montierenden unverständlicherweise nicht in den Sinn gekommen zu sein. Dazu war es zu fordernd, eine Käfigmutter in den neuen Kotflügel zu installieren, weswegen die originale Befestigungsschraube zur Befestigung an der Lasche am Schweller zum Einschmelzen gegeben wurde und stattdessen auf Befestigungselemente aus dem DIN-Sortimentskasten zurückgegriffen wurde. Ebenso ist (vermutlich) im Zuge dieser Aktion der Schmutzfänger aus dem Original-Zubehör verlorengegangen worden. Klar, beim Ausbau zerknackt man dort immer jede Schraube. Normal. Das kann man aber fix reparieren. Schade drum. Wenig überraschend ist der Kotflügel im Rahmen dieser kreativen Unfallreparatur auch noch verdengelt worden (Übereinstimmung mit der Stoßstange) -> diese Behauptung ist noch nicht verifiziert und bleibt erst einmal eine Behauptung bis ich die Stoßstange untersucht habe. Verbogenes Halteblech, Haltelasche, falsche Übereinstimmung zur Stoßstange kann auch durch einen reparierten Schaden an der Stoßstange verursacht worden sein. Und zumindest demontiert war diese auch schon mal. Durch "Experten", wie nicht anders zu erwarten. Bevor ich hierdran irgendwas auch nur ansatzweise zerschraubt hatte, sind mir ein paar dieser Rostblasen unter dem Lack am Kotflügel aufgefallen. Da war schon unmissverständlich klar, dass dort irgendwas im Busch sein muss. Lackblasen dieser Art (und vor allem Häufigkeit) findet man nur in steinschlaggefährdeten Bereichen. Hauptsächlich an den Türen, unterhalb der Rammschutzleisten. Das Thema Lack wird aber hier in einem oder mehreren Beiträgen nochmal gesondert betrachtet werden. Auch machte die untere Befestigungsschraube an der A-Säule Ärger. Ich kurbel die von Hand ein paar Umdrehungen zurück, nachdem ich mir das überstehende Gewinde anguckte, nur wenig Rost entdeckte und ein paar Tropfen ATF draufgab. Nix. Kotflügel fest wie zuvor. Schraube dreht sich, aber bewegt sich nicht. Hier wurde offenkundig maschinenunterstützt zusammensgeschraubt. Wie ich sowas liebe... In dem Fall hilft auch nur maschinengestütztes Zurückschrauben mit gleichzeitigem Druck auf das Ende der Schraube mit einem Hammerkopf. schwinges Geheimtip: Dabei unbedingt beachten ein niedriges Drehmoment einzustellen. Sobald sich die Schraube zurückbewegt wird sie sich festfressen. Das ist garantiert. Dann aufhören, hier passts. Kotflügel lässt sich abziehen. Danach gibts besseren Zugang zur Stelle, um sich in Ruhe um die Misere zu kümmern. Sprich, Schraubenkopf absäbeln, hinten Mutter aufschweißen, Schraubenrest rückwärts rausdrehen, hoffen dass das Gewinde in der Lasche noch lebt, anderenfalls neue Lasche einschweißen. Was macht man aus so einer Geschichte? Oder: Warum schreibe ich soviele Zeilen zu Original oder nicht original, verdengelt oder nicht? Ganz einfach: Man weiß nie, was das Fahrzeug in seiner Geschichte erleben musste. Man kann nur die Zeichen lesen und Rückschlüsse ziehen. Erkenntnis: An diesem Fahrzeug wurde nach einem Unfallschaden ein schnell+billig montierter Kotflügel installiert. Für mich an dieser Stelle heißt das: Es besteht die Möglichkeit, dass andere bis jetzt nicht entdeckte Mängel bestehen (weil ich nicht weiß, weswegen der Kotflügel getauscht worden ist). Die zuvor abgebauten Querlenker müssen demzufolge wieder am Hiilfsrahmen installiert und vermessen werden um zu verifizieren dass Querlenker und Rahmen nicht verbogen sind. Wenn die Querlenker neu gelagert und lackiert sind, der Hilfsrahmen geschweißt, lackiert, neu aufgerüstet und eingebaut worden ist, dann will ich keine roten Zahlen auf dem Achsmesscomputer angezeigt bekommen. Das wäre übel. Und noch als kleiner Bonus, zwecks des Lösens nicht lösbarer Muttern. Soviele gibts da ja glücklicherweise nicht am XM. Am ärgerlichsten find ich immer noch die, die das Hitzeschutzblech im Mitteltunnel halten. Da kann ich nur zu wegdrehen + neue Bolzen mit Bolzenschweißgerät anschweißen raten. Alles andere macht kaum Sinn. Thema Koppelstangen. Die originalen sind lange gut. Nachbau taugt nix. Besser sich ein paar Minuten für den zerstörungsfreien Ausbau herumzuquälen so dass diese (nach Prüfung und Wartung -dazu wird es ebenfalls einen dedizierten Beitrag geben) wiederverwendet werden können. So baue ich die Muttern von den Koppelstangen weg: Gewinde bürsten und einölen. Mit der Flex einschneiden. Direkt neben dem Gewinde. Nicht zu viel Hitze reinbringen. Wenn das Öl anfängt zu qualmen und zu blubbern kurze Pause machen (oder mit Druckluft kühlen und neu ölen). 1mm vom Ende der Mutter stehen lassen. Damit auf keinen Fall die Koppelstange (oder auf der anderen Seite der Federzylinder) angekratzt wird. Abschnitt wegbrechen. Mit einem Meißel auf den Kanten der Mutter herumklöppeln. Ziel, Aufsprengen der Mutter. Nicht das Gewinde der Koppelstange zermeißeln. Ein Blick auf die Mutter zeigt den perfekten Schnitt. Das Gewinde der Koppelstange nur minimal angekratzt. Man muss halt wirklich sehr am Gewinde schneiden, durch die geringen Massen kriegt man so sonst die Mutter nicht geknackt. Die angesäbelte und angeknackte Mutter lässt sich anschließend mit den standardmäßig für diese Arbeit vorgesehenen Handwerkzeugen ausbauen. Auf der anderen Seite hatte ich Malheur. Da hats mir doch den recht dünnen Gewindeforsatz beim Herunterdrehversuch der Mutter aufgeknackt. Der Inbus taugte somit nicht mehr, das Gewinde festzuhalten. Also musste die Mutter komplett entfernt werden. Für jedes Problem existiert eine Lösung. Lösungsansatz in diesem Falle: Einen zweiten Schnitt parallel auf der gegenüberliegenden Seite der Mutter durchführen. An eine Seite der Mutter eine Gripzange dranklemmen (Erhöhung der Massenträgheit). Auf der anderen Seite fleißig mit dem Meißelchen herumklöppeln bis man die Mutter runterwackeln kann. Resultat in diesem Falle: Zwei wiederverwendbare originale Koppelstangen. Dummerweise weiß man das erst immer nach den Mühen. Nachdem ich aber in den letzten Jahren ungefähr ein Dutzend Koppelstangen sinnlos zersägt habe, nur um hinterher festzustellen dass davon über drei Viertel noch gut gewesen wären, habe ich mich eines besseren belehren lassen.