…Dass das Land in einer wirtschaftlichen Krise steckt, ist nicht zu leugnen. Insbesondere einst gut bezahlte Industriejobs stehen auf der Kippe. Innerhalb eines Jahres sank ihre Zahl um 127.300, so die Beratungsgesellschaft EY in einer neuen Studie. Seit 2019 sind damit 341.500 Industriearbeitsplätze weggefallen. Doch sinnvolle Vorschläge, wie die Krise überwunden, neue Technologien gezielt gefördert und neue Märkte erschlossen werden können, kommen aus „der Wirtschaft“, also von den Bossen, keine. Stattdessen ist das Gejammere in den Lobbyverbänden und Chefetagen groß, dass Arbeitskosten, Energiepreise und Bürokratie zu viel seien. Auch das Bundeswirtschaftsministerium hält sich mit guten Ideen vornehm zurück und schraubt lieber Transformation und Klimaschutz zurück. Aktueller Höhepunkt seiner Low Performance: Das Ministerium teilte auf X ein Imagevideo der Initiative Neue Sozial Marktwirtschaft. Tenor des 50-sekündigen Motivationsclips: Deutschland kann die Wirtschaftswende schaffen, es brauche nur Reformen. Was die berüchtigte Lobbyorganisation damit bezwecken will, ist klar: Druck machen, dass die Bundesregierung den Sozialstaat abbaut, die Renten kürzt und den Achtstundentag schleift… Na, wo gefunden? Nein, nicht in der BZ/ Blöd/Ippenmedialandschaft. https://taz.de/Industrie-in-der-Krise/!6181664/