Und all diese Vorsichtsmassnahmen trifft man aus Angst. Aus Angst, der bewaffnete Polizist vor dem Auto schätze die Situation so ein, dass er bedroht sei. Bei Leuten, die ein Waffenfähiges Messer im Auto haben, nicht so weit her geholt. Um ehrlich zu sein: Ein Messer hab ich auch im Auto. Ein Cutter und ein Multitool. Entweder vom Fahrersitz aus nicht greifbar oder so versorgt, dass ich erst umständlich den Deckel der Mittelkonsole zurückschieben und dann aufklappen müsste. Vielleicht deshalb dächte ich daran bei einer Polizeikontrolle zu letzt. Oder auch einfach nur, weil ich ein wirklich zutiefst friedlicher Bürger bin, der selbst bewaffnet nicht daran dächte, eine Waffe gegen einen Polizisten auch nur einsetzen zu wollen. Andererseits hast Du mir grad klar gemacht, warum der Polizist vor meinem Auto im Dunkeln bei der letzten Kontrolle vor zehn Jahren oder so derart nervös war. Innenlicht war aus und Schlüssel lag nicht auf dem Amaturenbrett. Warum auch? Ich will ja meinen Führerschein und den Fahrzeugausweis wiederhaben, ehe ich losfahre, und zum reagieren reicht es aus, wenn ich erst den Motor starten und den Gang einlegen muss. Zumal die Polizisten wissen, dass ich ohne Pedale fahre, weil sie den Umbau auch im dunklen Auto im Licht der nahen Strassenlaterne sahen, und zudem den Führerschein mit den passenden Auflagen in Gewahrsam haben. Man sähe die Bremslichter Sekunden vor dem Wegfahren hell aufleuchten. Fällt im Dunkeln auch dann auf, wenn man aufmerksam vor dem Fahrzeug steht... Ich merks mir für die nächste Kontrolle. Und finds traurig, dass man sich offenbar als Normalbrüger, der nichts übles im Sinn hat, mit derartigen Vorsichtsmassnahmen kooperativ zeigen muss. Statt dass man seitens der Polizei entsprechende Anweisungen erwarten darf. Da läuft was falsch. Der Polizist ist mir als personifizierte Staatsgewalt übergeordnet. Er ist zudem der, der für Gefahrensituationen ausgebildet ist. Wenn er eine Bedrohung meinerseits wittert, hat er mir Anweisungen zu geben, um seiner Befürchtung den Grund möglichst zu entziehen. Sagt er mir, ich soll das Innenlicht anmachen, mache ich das, und der Polizist braucht nicht mehr mit der Situation umzugehen, dass er nichts genaues nicht sehen kann. Hat er nicht gemacht. Warum nicht? Und warum kam in mehr als 20 Minuten nie die Anweisung, den Zündschlüssel abzuziehen? So lange stand der Kollege von der Luftwaffe nähmlich zehn Meter vor meinem Auto, breitbeinig, frontal, die Hand am Holster, von dem ich nicht wusste, ob schon offen, bis sein Kollege über Funk jede einzelne der codierten Führerscheinauflagen abgefragt hatte. - So lange war ich der Bedrohte. Nicht die Polizisten! Ich als Zivilist muss nicht verstehen, was Polizisten beunruhigen könnte. Genauso wenig, wie der Polizist wissen konnte, warum die Innenbeleuchtung aus blieb. Das Fahrzeug war mein C1 damals, der immer eine schwache Batterie hatte, weil er die nach 48h Standzeit leergenuckelt hatte und keiner drauf kam, warum. Logo bleiben da unnötige Vergraucher aus. Warten kann ich auch im Dunkeln, und mein Arsch findet den Platz auf dem Fahrersitz auch im Dunkeln, ebenso wie der Zündschlüssel ins Schloss. Wenn der Polizist damit ein Problem hat, kann und muss er mir sagen, was ich dagegen zu tun habe. Nicht zwingend warum, aber er hat in der Situation alle Möglichkeiten, es sich sicher einzurichten. Nutzt er die nicht, hat er entweder seinen Job nicht gemacht, oder sieht in mir keine Gefahr. Dann brauchts aber auch die bedrohlich wirkende Gorillapose nicht, find ich... Dilettanten also! Oder Hasardeure. Und sowas darf Polizist sein... Zum Terror am CSD: Den einzigen wirklich erhellenden Kommentar dazu, den ich gehhört habe: Merz hat es danach in seinem Statement mit keiner Silbe fertiggebracht, die Betroffenen selbst anzusprechen und anzuerkennen, nämlich die, die man heute queer nennt. Mit keiner Silbe! So weit her kanns also mit dem ach so bunten Berlin nicht sein. - Tolerant vielleicht, ja, Kommt aus dem lateinischen und könnte etwa mit erleiden oder aushalten übersetzt werden. Sollte ich falsch liegen, bitte ich um Verständnis. Ich habs nicht extra nachgeschlagen. Da ist noch viel zu tun! - Sag ich als Hetero.